Projekt 2009: Besuch von Prof. Saijo

FWADJ geförderter Gastaufenthalt von Prof. Saijo am Geographischen Institut der Universität Bonn

von unserem Club-Mitglied Thomas Parkner, Geographisches Institut, Universität Bonn

Vom 14. Oktober bis zum 30. Dezember 2009 war Prof. Kiyoshi Saijo von der Miyagi University of Education am Geographischen Institut der Universität Bonn zu Gast. Sein Aufenthalt diente der Vorbereitung eines gemeinsamen Forschungsvorhabens zwischen Prof. Saijo und der Arbeitsgruppe von Prof. Richard Dikau (Geomorphologie). Zudem konnte er Kontakte mit Wissenschaftlern an anderen deutschen Universitäten knüpfen. Zu Beginn seines Aufenthaltes hielt Prof. Saijo im Kolloquium der Arbeitsgruppe von Prof. Dikau einen Vortrag über sein Spezialthema “Historic forest use and its impact on landforms in hilly areas of Tohoku, Japan”, in dem er die regelhafte räumliche Verteilung von historischen Meilerplätzen mit Reliefformen in Verbindung setzte. Bereits während des Vortrags wurde deutlich, dass die thematische Überschneidung mit aktuellen Forschungsprojekten der Arbeitsgruppe, wie dem von der DFG gefördeten Projekt Rhein-LUCIFS („Land use and climate impacts on the Rhine river system during the period of agriculture”), sehr groß ist. In die anschließende Diskussion konnten nicht nur Gäste, sondern auch Studierende des Geographischen Instituts eingebunden werden. Um Prof. Saijo einen Überblick über den menschlichen Einfluss auf geomorphologische Systeme  zu geben, erläuterte Prof. Dr. Renate Gerlach (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Honorarprofessorin an der Universität zu Köln) die geoarchäologische Erforschung der holozänen Landschaftsgeschichte des Rheinlandes. Nach intensiver Diskussion wurden Grabungen im Tagebau Hambach besucht. Dort wurden vier römischen Brunnen in unterschiedlichen Bearbeitungsstadien an der Tagebaukante in 26m Tiefe aufgesucht und die Grabungsmethodik umrissen. Danach wurden laufende Grabungen begangen und der Einfluss von neolithischen Gehöften auf die Bodenentwicklung diskutiert. Eine weitere Exkursion führte uns unter Leitung von Dr.  Birgit Heuser-Hildebrandt und Prof. Dr. Helmut Hildebrandt (a.D., Universität Mainz) in den Pfälzer Wald. Dort wurden historische Meilerplätze aufgesucht und anhand von Holzkohlespektren die Kulturlandschaftsentwicklung erläutert. Zusammen mit Dr. Thomas Hoffmann und Studierenden des Geographischen Instituts der Universität Bonn wurden historische Gullys im Bergischen Land begangen und kartiert. Dabei wurden Theorien und Konzepte über die Entwicklung von Gullysystemen ausgetauscht. Bei der Begehung entdeckte Prof. Saijo, dass eine Überprägung der historischen Gullyformen aktuell stattfindet, obwohl sich die Gullysysteme unter Wald befinden. Der Befund führte dazu, dass ein gemeinsames Forschungsvorhaben mit Prof. Dikau geplant wurde. Anfang dieses Jahres wurde ein Forschungsantrag von Prof. Saijo beim Japan Geographic Data Center eingereicht. Bei positiver Bewertung beginnt das gemeinsame Projekt im Sommer 2010.Herzlich danken möchte ich auch im Namen von Prof. Saijo und Prof. Dikau der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.. Aufgrund der großzügigen und vor allem spontanen Finanzierung durch den Fond für den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Japan (FWADJ) konnte der Aufenthalt von Prof. Saijo an der Universität Bonn realisiert werden.

Oktober 2009 – Dezember 2009:
Gastforscher am Geographisches Institut, Universität Bonn

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