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Neues vom JSPS Club 05/2009

 

6. Treffen „Mitglieder laden Mitglieder ein“ im Oktober 2009 in der TU Berlin


Vom 16. bis 17. Oktober 2009 fand im Medilab V der Technischen Universität Berlin das 6. Treffen „Mitglieder laden Mitglieder“ statt, zu dem Prof. Dr. Ingo Marsolek alle Clubmitglieder einlud. Die Veranstaltung wurde am Mittag des 16. Oktobers von Frau Ganter-Richter (Vorstandsmitglied des JSPS-Clubs) eröffnet. Nach der Begrüßung der Teilnehmer wurde ein Gruß des Vorsitzenden des JSPS-Clubs, Prof. Dr. Heinrich Menkhaus (Mejii Universität) verlesen, der auf Grund seiner Lehrverpflichtungen leider an diesem Treffen nicht teilnehmen konnte. Anschließend erläuterte Frau Ganter-Richter das für Clubmitglieder neu geschaffene Förderungsprogramm BRIDGE. Danach wurde das 15. Treffen der JSPS-Stipendiaten, das vom 21.–22. Mai 2010 in Straßburg mit dem Thema „Food Science and Society“ stattfindet und das gemeinsam von der JSPS und den deutschen und französischen JSPS-Alumni-Clubs organisiert wird, angekündigt. Anlässlich von „150 Jahre Freundschaft Japan-Deutschland“ und des 15-jährigen Bestehen des JSPS-Clubs wird gemeinsam mit der JSPS das deutsch-japanische Symposium „Transport and Mobility – Challenges for the Future“ vom 13.–15. September 2010 in Tokyo organisiert.

Nach diesen Ankündigungen begrüßte der Direktor des JSPS Bonn Office, Prof. Dr. Keiichi Kodaira, die Teilnehmer. Er betonte dabei seine langjährige freundschaftliche Beziehung mit Deutschland und ging auf gesellschaftliche Umbrüche in Deutschland ein, die er selbst miterleben konnte. Frau Mari Miyoshi (Botschaft von Japan) wies auf die Bedeutung der Bindung junger deutscher Talente an das JSPS-Netzwerk und der Netzwerkpflege hin, die dazu beitragen, die sehr gute Beziehung zwischen Deutschland und Japan weiterzuführen. Ihr Vortrag endete mit dem Wunsch, die Freundschaft und Verbundenheit beider Länder weiter zu vertiefen. Prof. Dr. med. Wolfgang Friesdorf und Prof. Dr. Ingo Marsolek (Arbeitswissenschaft & Produktergonomie, TU Berlin + HTW Berlin) hießen als lokale Organisatoren die Mitglieder willkommen. Prof. Dr. med. Wolfgang Friesdorf stellte seine Arbeitsschwerpunkte Gesundheitswesen aus arbeitswissenschaftlicher Sicht und ergonomische Produkte für Senioren vor. Weil japanische Kollegen ähnliche Themen bearbeiten, besteht seit 20 Jahren eine enge Kooperation, die durch gegenseitiges Lernen geprägt ist.

Nach der Begrüßung wurden drei aktuelle Projekte mit Japanbezug von ehemaligen JSPS-Stipendiaten vorgestellt. Als erste berichtete Prof. Dr. Roza Maria Kamp (Biotechnologie, Beuth Hochschule für Technik Berlin) über Forschung und Lehre in Berlin und Yokohama. Dabei ging sie auf die Ursprünge der Beuth Hochschule, deren Profilelemente und Fachbereiche ein und erläuterte die auf verschiedenen Ebenen angesiedelte Zusammenarbeit mit der Yokohama City University. Dr. Christian Vogel (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) erläuterte Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Klärschlammrecyclings in Deutschland und Japan. Weil beide Länder über keine Phosphorressourcen verfügen und sich eine weltweite Verknappung andeutet, soll für die Düngemittelproduktion Phosphor aus Klärschlamm gewonnenen und damit wiederverwertet werden. Prof. Dr. Ingo Marsolek (Arbeitswissenschaft & Produktergonomie, HTW Berlin) präsentierte in einem sehr anschaulichen Vortrag verschiedene Definitionen der Ergometrie, Ergonomie in der Medizintechnik und Analyse und Optimierung klinischer Arbeitsprozesse. Nach seinem Vortrag stellte er das medizinergonomische Innovationslabor vor, das anschließend besichtigt wurde.

Thema des dritten Veranstaltungsblocks war die deutsch-japanische Wissenschaft und Kultur in Berlin in der Geschichte und Gegenwart. Beate Wonde (Mori-Ogai-Gedenkstätte; Institut für Japanologie, HU Berlin) erläuterte die historischen Beziehungen der Berliner Universität und Japan. Wegen des guten Rufs der Berliner Universitäten studierten im Zeitraum von 1870 bis 1914 etwa 750 Japaner meist Rechts-/Staatswesen oder Medizin. Dr. Friederike Bosse vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin berichtete über die Förderung des wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Japan durch die im Jahr 1985 gegründete gemeinnützige Stiftung. Durch wissenschaftliche Konferenzen, kulturelle Veranstaltungen, Japanischkurse, Austauschprogramme, eine Präsenzbibliothek und regelmäßige Veröffentlichungen wird der deutsch-japanische Austausch weiter vorangetrieben. Frau Elena Giannoulis, MA (Japanologie der FU Berlin) erläuterte in ihrem Vortrag „Sex, Drugs and Violence? Aktuelle Literatur japanischer Gegenwartsautorinnen“ einen Paradigmenwechseln in der Gegenwartsliteratur weiblicher Schriftstellerinnen. Verschiedene Werke, die oftmals von einer radikalen Darstellung weiblicher Sexualität geprägt und von Tabubrüchen gekennzeichnet sind, befassen sich mit Frust, Traurigkeit, Orientierungslosigkeit, Suche nach Identität, Angstüberwindung ebenso wie Autoaggression und Konsum- und Sexappetit. Auch in Deutschland ist diese Literatur erfolgreich, was sich durch hohe Auflagenzahlen belegen lässt.

Herr Rainer Caspary (Origami Deutschland e.V.) brachte in seinem unkonventionellen Vortrag den Mitgliedern das Papierfalten als die Magie eines alltäglichen Werkstoffs nahe. Er beschrieb sehr ausführlich, dass alle Materialien, die gefaltet werden können, benutzt werden. Üblich ist Paper in verschiedenen Stärken, aber auch Seide, Baumwolle, Metallfolien oder Porzellanpapier werden gefaltet. Die Kunst des Faltens reicht in Europa etwa 500 Jahre, in Ägypten und im Islamischen Reich sogar über 3000 Jahre zurück. Falttechniken werden aktuell auch in der Fahrzeug- und Raumfahrtindustrie eingesetzt, um Airbags und Sonnensegel ohne Verkantung entfalten zu können. Der letzte Programmpunkt war eine Performance der Künstlerin Rita Böhm, die von Frau Caroline Mayer (beide Sumi-e Berlin) unterstützt wurde. Die Sumi-e-Meisterin entwarf vor den Augen der Teilnehmer mit kraftvollen, jagenden, schnell hingeworfenen Strichen ausdruckvolle Bilder, die keine realistische Kunst, sondern die subjektive und objektive Realität in konzentrierter Form wiedergeben sollen.

Zeitgleich zur Kaffeepause und zum Abendessen fand eine Japanausstellung statt. Ausgestellt wurden aktuelle Kimonomode sowie antike Kimonos, antike japanische Kommoden, Origami-Kunstwerke, Sumi-e-Bilder, Tee und Teezubehör aus Japan und Sake.

Der Samstagmorgen wurde für eine historische Stadtführung mit Japanbezug genutzt. Frau Beate Wonde (Stellvertretende Leiterin der Mori-Ogai-Gedenkstätte Berlin) und Frau Katrin-Susanne Schmidt (Geschäftsführerin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin) führten die Mitglieder. Den Schwerpunkt bildeten die Mori-Ogai-Gedenkstätte, die Charité Universitätsmedizin, die Straße Unter den Linden und die Humboldt Universität. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen im ARD-Hauptstadtstudio-Restaurant „Die Eins“.

Danken möchte ich Beate Wonde und Katrin-Susanne Schmidt, die beide die historische Stadtführung sehr lebendig gestalteten und den Zeitgeist sehr anschaulich vermittelten. Ebenso gilt der Dank dem Team des JSPS Office Bonn, das wie gewohnt ein sehr interessantes Treffen für die Mitglieder des JSPS-Clubs geplant hat. Prof. Dr.-Ing. Ingo Marsolek (HTW Berlin) lud zum 6. Treffen „Mitglieder laden Mitglieder ein“, übernahm zusammen mit Berliner Clubmitgliedern die inhaltliche Planung und sorgte mit sehr hohem Engagement für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Hierfür sei ihm herzlich gedankt.

Thomas Parkner (Universität Bonn)

 

JSPS Junior Event in Berlin


Zum zweiten Mal folgte auf das Treffen „Mitglieder laden Mitglieder ein“ das „Junior Event“, welches am 17. Oktober 2009 im Medilab V der TU Berlin stattfand. Diese Veranstaltung richtet sich an alle Heimgekehrten des jeweiligen Summer Programs, aber auch frühere Stipendiaten sind gern gesehene Teilnehmer. Gehört werden Vorträge von Studenten und Doktoranden aus naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Forschungsbereichen, die über ihre Erfahrungen während ihres Japanaufenthaltes berichten. Auch dieses Jahr war die Wahl der Themen wieder sehr gelungen und facettenreich. Insgesamt kamen etwa 20 Stipendiaten der Einladung nach, und es bleibt zu hoffen, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren noch steigern wird, denn das „Junior Event“ bietet neben unterhaltsamen Vorträgen auch Raum für Diskussionen. Es ist die ideale Gelegenheit, seine Japanerlebnisse mit anderen zu teilen, Freunde wieder zu treffen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Das Grußwort sprach Dr. Wolfgang Staguhn, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. Staguhn stellte in seiner Rede den „Club“ kurz vor und wies außerdem noch einmal auf die Chance hin, selbst Mitglied zu werden – ein Angebot, dass meiner Meinung nach jeder nutzen sollte, es lohnt sich. Im kommenden Jahr werden wieder eine Reihe interessanter Symposien und Vortragsreihen im Rahmen der JSPS Veranstaltungen stattfinden (unter anderem in Straßburg und Tokyo), zu denen man als Clubmitglied nicht nur eingeladen wird, sondern auch Vorteile, wie Hotelkostenvergünstigungen genießen darf.

Der erste Erfahrungsbericht wurde von Sarah Schlachetzki vorgetragen. Sie ist Kunsthistorikerin an der Uni Zürich und hatte während des diesjährigen Summer Programs die Möglichkeit, an der Sokendai Universität, die uns allen durch die erste Orientierungswoche noch in guter Erinnerung ist, ihr Thema „Medienkunst zwischen Wissenschaft und Technologie“ durch interessante Interviews mit Experten zu vertiefen. Japan, so berichtete Schlachetzki, habe die aktivste Medienkunstszene weltweit. Dort werde diese vor allem von der Industrie gefördert, wohingegen in Deutschland verschiedene Kunsteinrichtungen Träger der Medienkunstförderung seien.

Als nächster berichtete Florian Sanftl von seinen Erfahrungen als Physiker im Tokyo Institute of Technology, wo er dieses Jahr Teilnehmer an einer multinationalen Kollaboration am HERMES Institut sein durfte. Sanftl fiel in seiner Forschungsumgebung besonders die enge Gemeinschaft innerhalb der Studenten sehr positiv auf. Jeden Abend sei man gemeinsam zum Abendessen gegangen, und natürlich fand sich in einem der Labore die obligatorische Schlafcouch wieder. Außerdem sieht Sanftl besonders den Gastfamilienaustausch als wichtig an, da hier erste wirkliche Einblicke ins japanische Leben gewährt werden.

Während der halbstündigen Kaffeepause herrschte eine lockere Atmosphäre. Überall standen Grüppchen beisammen, unterhielten sich angeregt, mischten sich neu. Neben der Vorliebe für Japan wurden auch andere Gemeinsamkeiten entdeckt; wie etwa, dass man in derselben Stadt einmal studierte, jetzt lebt oder vielleicht sogar an derselben Universität tätig ist. Auch die Erfahrungen in den Gastfamilien waren ein großes Thema, und es überraschte nicht, wenn in zwei verschiedenen Jahren des Summer Programs dieselben Gasteltern besucht wurden. Als am Ende der Pause zur Fortführung der Vorträge gerufen wurde, war klar, dass unter den anwesenden Teilnehmern des „Junior Events“ noch ein großes Repertoire an Gesprächsstoff vorhanden war.

Ein ausgefallenes Thema bot der nächste Erfahrungsbericht von Karsten Senkbeil, Kulturwissenschaftler am Heidelberg Center for American Studies und Teilnehmer am Summer Program 2008 an der Doshisha Universität Kyoto. Er ergründete die Unterschiede des Nationalsports Baseball in Japan und den Vereinigten Staaten, wobei seine Forschungsumgebung die denkbar ungewöhnlichste darstellte: der Imperial Palace Park für die Theorie und das Baseballstadium für die Feldforschung. Wir erfuhren, dass sich die Ausführungen des Baseballsports in beiden Ländern teilweise ähneln (Fanaufkommen, Beliebtheit, Stadionatmosphäre), in anderen Bereichen aber komplett auseinander gehen (Schulteams, Management). Die vorgesehene Diskussionszeit wurde denn auch rege genutzt, jeder hatte Fragen und Anmerkungen, und so enthielt sie noch ebenso viele Informationen wie der Vortrag selbst. Ein interessanter Aspekt des japanischen Sports und einzigartig in der Welt sei der Spagat zwischen traditionellem Sport (z.B. Sumo) und den modernen Sportarten, wie Baseball. Dabei sei bemerkenswert, dass sich beide in ihrer Endversion, wie sie heute existiert, erst Ende des 19.Jahrhunderts im Zuge der Re-traditionalisierung als Reaktion auf die aufkommende Verwestlichung formierten.

Während ihres diesjährigen Japanaufenthaltes an der Tokyo Universität befasste sich Susanne Beckers als Mathematikerin mit der Frage, wie sich die Grundwasserverschmutzung in einer Formel darstellen lässt. Während ein Teil der Zuhörer noch nie von der Fokker-Plank Gleichung gehört hatte, entbrannte unter den Fachkundigen eine angeregte Diskussion. Anschließend wusste Beckers noch drei nicht alltägliche Erlebnisse zu berichten: eine Japanerin, die bei ihrem Anblick schreiend davon rennt; eine hilfsbereite Japanerin, die nach einer erfolglosen Suche nach einem Mülleimer den Apfelgriebsch der Ausländerin in die eigene Handtasche steckt; und die Akzeptanz, das auch ein Ausländer laut rufend bestellt.

Der letzte Erfahrungsbericht hatte das zum Thema, was einige von uns sicher noch wollen und was Dr. Michael Frei bereits geschafft hat: einen Postdoc-Aufenthalt in Japan zu machen. Frei war von 2007 bis 2009 am Japan International Research Center for Agricultural Sciences in Tsukuba als Agrarwissenschaftler tätig. Sein Forschungsgebiet war die Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern und die damit verbundenen Probleme einer wachsenden Weltbevölkerung. Einer von vielen Ansatzpunkten sei auch die Entwicklung resistenter Nutzpflanzen. Dazu untersuchte Frei Reispflanzen, die unter denselben Stressfaktoren wie wir Menschen zu leiden haben; insbesondere sind dies Zinkmangel und Ozonbelastung. Durch Kreuzung toleranter Genotypen wolle man die für die Resistenz verantwortlichen Gene isolieren und so eine bessere Ernte erreichen. Während des Vortrages konnten neben der wissenschaftlichen Arbeit auch Einblicke in das Freizeitleben als Postdoc gewonnen werden. Um die japanische Sprache noch besser lernen und üben zu können, schloss sich Michael Frei einer Band an, die sich in unregelmäßigen Abständen zum gemeinsamen musizieren traf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau entwickelte er noch ein anderes interessantes Hobby: das Finden des schönsten Onsen Japans. Nach seinem Postdoc-Stipendium hat Frei nun ein Heimkehrer-Stipendium bekommen und arbeitet an der Universität Bonn. Besser kann man sich das Ende eines Japanaufenthaltes kaum vorstellen.

Zu guter Letzt konnte der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Grolmann“ ausklingen. Bis in die Nacht wurde geredet und sich schon für das kommende Jahr zu einem der JSPS Clubmitglieder Treffen verabredet. Einen großen Dank an die Organisatoren. Mata rainen!

Anita Büttner (Dipl.-Biochem.)
Institut für Organische Chemie, Universität Leipzig

 

Besuch der Vorsitzenden der deutschen und der schwedischen JSPS Alumni Vereinigungen im JSPS Headquarter in Tokyo

Letztes Jahr hat unsere schwedische Schwestervereinigung einen neuen Vorstand gewählt. Der neue Vorsitzende, Prof. Jan Sedzik, Universität Uppsala, besuchte kurz danach den Verfasser in Tokyo, da er sich Anfang des Jahres 2009 zu Vorträgen in Japan aufhielt. So konnten sich beide gut auf das im März des Jahres in Stockholm anstehende Treffen der Vorstände der Europäischen JSPS Alumni Vereinigungen sowie die getrennt davon stattfindende Sitzung der jeweiligen Vorstände mit Repräsentanten der JSPS Zentrale vorbereiten. Im Herbst 2009 kam Jan Sedzik erneut zu Forschungszwecken an seine alte Wirkungsstätte, dem National Institute of Physiological Science in Okazaki in der Präfektur Aichi. Diesen neuerlichen Aufenthalt nahmen beide zum Anlass, der Zentrale der JSPS einen Besuch abzustatten, um einige gemeinsame wichtige Punkte anzusprechen.

Empfangen wurden sie dort von Direktor Murata Naoki, sowie der Abteilungsleiterin der Internationalen Programmabteilung, Frau Mami Oyama, dem Leiter der für die Alumni Vereinigungen zuständigen Unterabteilung Herrn Hisashi Kato und seiner Mitarbeiterin Frau Saya Koyama, die früher als Geschäftsführerin des JSPS-Büros in Bonn fungierte. Das Gespräch verlief in einer sehr angenehmen Atmosphäre, nachdem vorher Herr Kato und Frau Koyama die beiden JSPS Club Vorsitzenden schon zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen hatten.

Gegenstand des Gespräches waren insbesondere a) Fragen des in diesem Jahr angelaufenen neuen Bridge-Programms, das ausschließlich für Wiedereinladungen von Alumni-Club Mitgliedern nach Japan gedacht ist, b) die zu befürchtende Budget-Reduktion von JSPS für das Fiskaljahr 2010/2011, nachdem wenige Tage zuvor ein Ausschuss von Abgeordneten der neuen Regierungsparteien, der das Budget der alten Regierung auf Ausgabenverschwendung untersucht (sog. Jigyo shiwake-Ausschuss) bei einigen JSPS Programmen Kürzungen angedroht hatte; c) Probleme im Bereich des grenzüberschreitenden Steuerrechts, des grenzüberschreitenden Sozialversicherungsrechts und des nationalen Besoldungsrechts der Stipendiaten, - also Probleme, die durchaus geeignet sind, die Attraktivität der JSPS-Stipendien zu reduzieren und damit den wissenschaftlichen Austausch zu behindern, d) mögliche Maßnahmen zur Förderung der Mitgliedschaft in den JSPS Alumni Vereinigungen.

Heinrich Menkhaus

 

WGK in Tokyo – Ein Jahr erfolgreicher Mitveranstaltung durch den JSPS-Club

Der deutschsprachige wissenschaftliche Gesprächskreis (WGK) in Tokyo hat eine lange Tradition. Der Verfasser erinnert sich, dass die Zusammenkunft unter dem Namen Technisch-Naturwissenschaftlicher Arbeitskreis schon existierte, als er im Jahre 1995 seine Tätigkeit als Leiter der Rechtsabteilung der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan begann. Als er auf der Gründungsversammlung des JSPS-Clubs im Sommer 1995 zum Mitglied des Vorstandes gewählt und mit der Vertretung des Clubs in Japan betraut wurde, nutzte er damals in Tokyo gleich die Chance, von der Clubgründung zu berichten und um Mitglieder zu werben.

Später wechselte die Trägerschaft des WGK von der Deutschen Botschaft zum DAAD Büro in Tokyo und wurde in Wissenschaftlicher Gesprächskreis umbenannt, um auch Geistes- und Sozialwissenschaftlern ein Forum zu bieten. Zu Anfang des Jahres 2009 einigten sich die damalige Leiterin des DAAD Büros in Tokyo, Frau Dr. Irene Jansen, die jetzt wieder in der Zentrale des DAAD in Bonn tätig ist, und der Verfasser, den WGK künftig als gemeinsame Veranstaltung der beiden Institutionen durchzuführen. Die von Anfang an gute Zusammenarbeit mit dem DAAD hat sich unter dem Nachfolger von Frau Dr. Jansen, Herrn Dr. Holger Finken als Leiter des DAAD Büros Tokyo, fortgesetzt.

In diesem Jahr gab es insgesamt fünf Veranstaltungen, von denen drei von Mitgliedern des JSPS Clubs bestritten wurden und zwei von Gästen des DAAD. Der Verfasser übernahm die Auftaktveranstaltung der neuen Zusammenarbeit mit einem Vortrag über „Deutsches Recht in Japan. Seine Tradition. Seine Protagonisten" am 27. Januar. Ihm folgte am 13. April Club Mitglied Dr. Andreas Schaper, Leiter des Labors für Elektronenmikroskopie und Mikroanalyse am Zentrum für Materialwissenschaften der Universität Marburg, mit einem Beitrag zum Thema „Mit welchen Mitteln und zu welchen Zwecken studieren wir ‚Nano’?“. Am 25. Juni 2009 präsentierte Marcel Schweiker, Doktorand an der Tokyo City Universität, in seinem Vortrag: „Warum stellt mein Nebenmann schwitzend die Klimaanlage kühler, während ich mir frierend einen Pullover anziehe?" sein derzeitiges Forschungsthema. Am 19. Oktober 2009 sprach Club Mitglied Prof. Dr. rer. nat. Ivor Fleck, Professor für experimentelle Elementarteilchenphysik an der Universität Siegen, über „Erzeugung von schwarzen Löchern im Labor“, und die Abschlussveranstaltung des Jahres bestritt am 8. Dezember 2010 Dr. Ernst Herttrich, ehemaliger Leiter des Beethoven-Archivs in Bonn zum Thema „Abseits der Universität – Musikwissenschaftliche Forschung in Deutschland“.

Der DAAD stellt jeweils die Räume für die Treffen zur Verfügung und lädt anschließend zu einem Umtrunk mit Speisen ein. Auch sorgt er dafür, dass alle Vortragenden ein kleines Geschenk erhalten. Dafür sind wir ihm sehr zu Dank verpflichtet. Eine doch recht große Zahl gegenwärtiger und ehemaliger DAAD- und Humboldtstipendiaten in Tokyo, sowie ein mittlerweile auf 50 Mitglieder und Förderer in Japan angewachsener JSPS Club sorgen stets für eine rege Teilnahme an den Veranstaltungen.

Heinrich Menkhaus

 

Meiji University Law in Japan Program

Auch in Japan gibt es seit geraumer Zeit eine von der Staatsregierung ausgeschriebene Exzellenzinitiative für Universitäten. Teil davon ist das Program „Global 30“. Danach sollen 30 ausgewählte Universitäten gefördert werden, die internationale Studienprogramme anbieten. Auswahlkriterien sind Kurse, die in englischer Sprache unterrichtet werden, Anzahl und Güte der universitären Partnerschaften im Ausland, Anzahl und Herkunftsländer der betreuten ausländischen Studierenden, Studienangebote mit doppeltem Abschluss usw. Unter den ersten 13 Universitäten, die im Sommer des Jahres 2009 vom Ministerium für Erziehung und Wissenschaften in dem in Rede stehenden Programm ausgewählt wurden, finden sich sieben öffentlich-rechtliche Universitäten und sechs private Universitäten. Zu den privaten Universitäten zählt die Meiji Universität, die alma mater des Verfassers.

Die juristische Fakultät, an der der Verfasser tätig ist, trägt mit einer Reihe von Programmen zu der angestrebten Internationalisierung bei. Eines der Programme, die dabei entwickelt worden sind, ist ein zweiwöchiges Sommerprogramm unter dem Titel „Meiji University Law in Japan Program“, bei dem der Verfasser als Mitdirektor fungiert. Unterrichtet werden wichtige Bereiche des japanischen Rechts in englischer Sprache. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass nicht nur das materielle Recht vermittelt wird, sondern auch seine Einbettung in die historische und gegenwärtige soziale Wirklichkeit in Japan erfolgt. Um diesen Aspekt noch stärker zu betonen, sind Besuche bei juristischen Institutionen ein fester Bestandteil des Curriculums. So fanden Besuche bei verschiedenen Gerichten nebst Teilnahme an übersetzten Gerichtsverhandlungen sowie in japanischen und von Ausländern in Japan betriebenen Rechtsanwaltskanzleien, im Justizministerium, der Rechtsanwaltsvereinigung, einem Gefängnis für Verkehrsdelinquenten, in Rechtsabteilungen von Unternehmen usw. statt.

Eingeladen sind insbesondere ausländische Jurastudenten und Graduierte, die sich einen Überblick über das japanische Rechtssystem verschaffen wollen. Aber auch Angehörige anderer Disziplinen sind willkommen. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Im Sommer 2009 waren unter den Teilnehmern zwei Deutsche. Das Programm wird im Sommer 2010 fortgesetzt. Einzelheiten ergeben sich aus der folgender Homepage: www.meiji.ac.jp/hogaku/law_jp/.

Heinrich Menkhaus

 

Bridge: Das neue Wiedereinladungsstipendium für die Mitglieder der JSPS Alumni Vereinigungen

Bei einem Gespräch zwischen dem Vorstand des JSPS-Clubs und Vertretern der JSPS-Zentrale  während unseres ersten gemeinsamen Symposiums in Tokyo anlässlich des Jahres „Deutschland in Japan“ im September 2005 hat der Vorstand des JSPS-Clubs die Schaffung eines Wiedereinladungsprogramms vorgeschlagen. Das Programm ist in diesem Jahr unter dem Namen „Brigde“ entstanden, und die ersten Stipendiaten unter den Mitgliedern des JSPS-Clubs sind auch schon ausgewählt worden. Es hat erfreulich viele Bewerbungen gegeben.

Von Anfang an ging es darum, bei der Vergabe der Stipendien ausschließlich oder jedenfalls vorzugsweise Clubmitglieder zu berücksichtigen, die ja mit ihrer Mitgliedschaft ihr Interesse und Engagement für die Deutsch-Japanischen Wissenschaftlichen Beziehungen dokumentieren. Mit diesem Gedanken konnte der Vorstand sich auch durchsetzen.

Die zur Verfügung stehenden Stipendien werden nach dem Alter der jeweiligen Alumni-Organisation, ihrer Mitgliederzahl und ihren Aktivitäten aufgeteilt. Für 2009 sind uns 4 Stipendien zugewiesen worden. Die Mittel stehen jeweils für ein japanisches Fiskaljahr, also vom 1.4. bis zum 31.3. des Folgejahres bereit.

Die Vorauswahl über die Vergabe des Stipendiums wird in der Regel einmal pro Jahr von einem Gremium getroffen, das sich aus Mitgliedern des JSPS-Clubs und zwei Mitarbeitern des Bonner JSPS Büros zusammensetzt. Danach hat Tokyo das letzte Wort.

Abhängig von den Zeiträumen, die die einzelnen in der Vorauswahl erfolgreichen Bewerber in Japan verbringen wollen und dem damit verbundenen vermehrten oder eben reduzierten Kostenaufwand kann es sein, dass uns noch ein weiteres Stipendium zugewiesen wird. Der Vorauswahlausschuss hat deshalb vorsichtshalber eine Reihung der Bewerbungen vorgenommen.

Einzelheiten über die Zusammensetzung des Vorauswahlausschusses, die Kriterien für die Vorauswahl usw., sowie die Bewerbungsunterlagenfinden Sie unter www.jsps.go.jp/english/e-plaza/21_invitation.html. Wir würden uns sehr freuen, wenn die ersten „Wiedereingeladenen“ in unserer Informationsschrift „Neues vom Club“ in einem Artikel über ihre Erfahrungen berichten würden.

Heinrich Menkhaus

 

Unterzeichnung eines Abkommens in Brüssel zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit Japan

Am 30. November 2009 unterzeichnete die Europäische Gemeinschaft zwei Abkommen über die technologische Zusammenarbeit mit Japan und Jordanien, um gemeinsame Forschungsschwerpunkte und Interessenbereiche zu identifizieren, darunter Energie, nachhaltige Entwicklung und Umwelt. Zudem sollen Strategien für eine breitere Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie (WuT) umgesetzt werden.
Ziel des Abkommens mit Japan ist die gegenseitige Teilnahme an Forschungsprogrammen, der Austausch von Forschern und die Koordination von Ausschreibungen.

EU-Forschungskommissar Janez Potocnik äußerte sich folgendermaßen: "Diese Vereinbarung zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Japan öffnet ein neues Kapitel in der Geschichte der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit zwischen zwei Regionen, die weltweit führend im Bereich Wissenschaft und Forschung sind, und stellt damit den Beginn einer neuen internationalen, globalen Forschungszusammenarbeit dar."

Die Europäische Gemeinschaft und Japan hatten zu Beginn dieses Jahres eine Vertiefung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energieforschung im Rahmen eines neuen gemeinsamen Maßnahmenplans vereinbart. Dieser umfasste den verstärkten Austausch von Informationen, Forschern, Beratern und Sachverständigen sowie weitere gemeinsame Workshops zu spezifischen Teilgebieten. In regelmäßigen Folgekonferenzen sollen Fortschritte ausgewertet werden, wobei die nächste Veranstaltung noch vor Ende 2009 anberaumt ist.

www.kooperation-international.de/countries/themes/nc/info/detail/data/45013/

Ingrid Fritsch, Köln

 

EURAXESS Links Japan

Unter der Bezeichnung „EURAXESS – researchers in motion“ bietet die Europäische Kommission mit „EURAXESS Links“ Netzwerkplattformen für europäische Wissenschaftler und Forscher bislang in zwei Ländern: den USA und Japan.

Wie bereits im Neues vom Club 02/2008 Ausgabe 31 ausführlich vorgestellt, handelt es sich bei der im Herbst 2008 gestarteten website „EURAXESS Links Japan“ um eine europäisch finanzierte Initiative im Rahmen der „ERA-Link“-Programmlinie. Diese virtuelle Plattform bietet Wissenschaftlern Informationen zu Forschung und Technologie, Kooperationsmöglichkeiten, Veranstaltungen sowie Fördermöglichkeiten in Japan und Europa. Außerdem umfasst das Angebot Möglichkeiten einer stärkeren Vernetzung für in Japan tätige Wissenschaftler aus Europa nicht nur untereinander sondern auch mit den japanischen Kollegen.

An dieser Stelle besonders zu erwähnen ist der seit November 2008 monatlich erscheinende elektronische EURAXESS newsletter. Neben Kurznachrichten und Schwerpunktberichten zu aktuellen Themen aus der Wissenschaftslandschaft Japan und Europa werden Berufs- und Kooperationsmöglichkeiten vorgestellt, Veranstaltungen angekündigt sowie laufende Ausschreibungen für Förderinstrumente bekannt gegeben. Der EURAXESS newsletter wird derzeit ca. 800 Abonnenten per email zugestellt, ist jedoch auch online auf der website verfügbar.

Kurz nach dem Start der Plattform wurde auch unser Verein als ein nationales Wissenschaftlernetzwerk mit in Japan tätigen Mitgliedern bei „EURAXESS Links Japan“ eingetragen. Für die aktive Teilnahme an dem EURAXESS-Netzwerk in Japan sowie für den Erhalt des EURAXESS newsletters per email ist eine persönliche Registrierung notwendig.

„EURAXESS Links Japan“ finden Sie im Internet unter: http://ec.europa.eu/euraxess/links/japan/index_en.htm

Sabine Ganter-Richter, Bonn

 

2. Deutsch-Japanischer Joint Workshop: “Climate and human impact on high mountain geosystems in mid latitude regions of the Northern hemisphere”

Vom 26.–30. September 2009 traf sich in Süddeutschland und Österreich eine deutsch-japanische Forschergruppe zum 2. Deutsch-Japanischen Workshop “Climate and human impact on high mountain geosystems in mid latitude regions of the Northern hemisphere”. Dieser Workshop zielte auf den Ausbau einer Wissenschaftskooperation zwischen deutschen und japanischen Geomorphologen. Die Kontakte wurden durch den 1. Deutsch-Japanischen Workshop „Source to Sink Sedimentary Cascades: Perspectives from Germany and Japan“ (2. bis 8. September 2007) in Sapporo (Japan) eingeleitet. Während dieses ersten Workshops kristallisierten sich zahlreiche Kooperationsthemen heraus, die den menschlichen Einfluss auf geomorphologische Systeme, Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Geosysteme und Sedimentbilanzierungen in Hochgebirgen umfassen.

Die Teilnehmergruppe des 2. Deutsch-Japanischen Workshops bestand aus 21 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 5 deutschen, einer österreichischen und 6 japanischen Universitäten. Die Exkursion führte entlang eines Transektes vom bayerischen Alpenvorland über die Bayerischen Alpen bis in das Ötztal der Österreichischen Alpen. Dabei erhielten die japanischen Gäste einen Überblick über die Untersuchungsgebiete und die Forschungsthematiken der deutschen und österreichischen Teilnehmer. Den wissenschaftlichen Diskussionen an den Untersuchungsobjekten wurde viel Zeit eingeräumt. In der Region des Starnberger Sees führte Prof. K.-F. Wetzel (Universität Augsburg) in die klassische glaziale Geomorphologie des Alpenvorlandes ein. Im Lainbachtal wurden unter Leitung von Prof. K.-H. Schmidt (Universität Halle) ingenieurtechnische Verbauungsmaßnahmen sowie fluviale und gravitative Prozesse diskutiert. In einem Einzugsgebiet bei Umhausen (Ötztal) wurden unter Führung von Dipl.-Ing. Heumader Murgangverbauungen, die durch die japanischen Teilnehmer Prof. H. Marui (Niigata Universität) und Prof. M. Kimura (Gifu Universität) gemeinsam mit österreichischen Kollegen konzipiert worden waren, besichtigt und besprochen.

Die ingenieurtechnischen Themenstellungen wurden durch geomorphologische Studien zum Verhalten von Geosystemen auf kurzen und langen Zeitskalen erweitert. Dazu diente die Besichtigung des Extremphänomens des Köfels-Bergsturzes im Ötztal (Prof. O. Sass, Universität Graz) sowie die Exkursion in das Reintal. Hier stellten Dr. T. Heckmann (Universität Eichstätt), Dr. D. Morche (Universität Halle), Dr. T. Hoffmann und Dr. M. Krautblatter (beide Universität Bonn) Forschungsergebnisse zu gravitativen und fluvialen Hochgebirgsprozessen aus dem DFG - Projekt SEDAG vor. Auf der Zugspitze schließlich wurden durch Dr. M. Krautblatter und Dipl.-Geogr. S. Verleysdonk (beide Universität Bonn) Veränderungen alpiner Festgesteinssysteme durch die Permafrostdegradation thematisiert (DFG Bündel – Projekt SPCC) und mit der Besichtigung des Inneren eines Fels-Permafrostkörpers verbunden. Prof. K.-F. Wetzel (Universität Augsburg) stellte die Karsthydrologie und die Gletschersituation des Zugspitzplattes vor.

Der 1 ½ - tägige Präsentationsblock fand im Schneefernhaus (Zugspitze) statt. Keynote-Vorträge wurden von Prof. T. Marutani (Hokkaido Universität) und Prof. R. Dikau (Universität Bonn) gehalten. 13 weitere Vorträge behandelten folgende Themenschwerpunkte:

  • Sedimentkaskaden und Systemkopplung (Prof. T. Marutani, Hokkaido Universität; cand. Dr. T. Kimura, Hokkaido Universität; Dr. P. Houben, Universität Frankfurt a.M.; Dr. T. Hoffmann, Universität Bonn; Dipl.-Geogr. J. Blöthe, Universität Bonn; Dipl.-Geogr. N. Meyer, Universität Bonn; Prof. M. Kimura, Gifu Universität; Dr. O. Shimizu, Miyazaki Universität)
  • Einflüsse externer und interner Faktoren auf geomorphologische Prozessaktivitäten (Prof. S. Yanai, Hokkaido Institut of Technology; Dr. M. Krautblatter, Universität Bonn; Prof. H. Marui, Niigata Universität; Dr. T. Parkner, Universität Bonn)
  • Step - Pool - Sequenzen in fluvialen Systemen (Prof. H. Maita, Tsukuba Universität; Dr. S.-W. Kim, Hokkaido Universität)
  • Sensitivität und Gedächtnis geomorphologischer Systeme (Prof. R. Dikau, Universität Bonn; Prof. T. Marutani, Hokkaido Universität).

Die äußerst fruchtbare Diskussion der Vorträge und die vertrauensvolle Stimmung unter den Teilnehmern ließen auf japanischer und deutscher Seite die Überzeugung reifen, dass ein geomorphologisches „Joint Research Project“ geplant werden sollte. Als erste mögliche Themenstellung wurde an Auswirkungen des Klimawandels und des menschlichen Einflusses auf alpine Geosysteme in unterschiedlichen Raum- und Zeitskalen gedacht. Ein derartiges Verbundvorhaben könnte die Grundlage einer langfristigen Kooperation zwischen deutschen und japanischen Geomorphologen bilden. Weitere Schritte eines Projektaufbaus wurden eingeleitet.

Danken möchten wir unseren Gästen aus Japan, die den weiten Weg bis nach Süddeutschland auf sich genommen haben und trotz Jetlags vom ersten Tag an sehr aktiv an wissenschaftlichen Diskussionen mitwirkten. Ebenso gilt der Dank den Exkursionsleitern und Vortragenden. Die Förderung erfolgte durch die JSPS (Japan Society for the Promotion of Science) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Auch dafür sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Thomas Parkner & Richard Dikau (Geographisches Institut, Universität Bonn)

 


Wir wünschen allen Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

Impressum

Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.
Redaktion: Ingrid Fritsch
Mitarbeit: Meike Albers
Verantwortlich:
Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.
c/o JSPS Bonn Office, Ahrstr. 58, 53175 Bonn
Tel.: 0228/375050, Fax: 0228/957777
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