JSPS Alumni Club Award Preisverleihung 2019

von Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Staguhn

Preisverleihung an Professor Dr. Peter Hennicke am 24. Mai 2019 in Wien

Mit dem JSPS Alumni Club Award (kurz JACA) zeichnet die Deutsche Gesellschaft der JSPS Stipendiaten e.V. (JSPS Club) jährlich außergewöhnliche Projekte zwischen Deutschland und Japan aus. Der Preisträger des JACA 2019 ist Professor Peter Hennicke. Mit diesem Preis ehrt der JSPS Club seine Initiative und Führungsrolle im Gründungskonsortium des weltweit einzigartigen German Japan Energy Transition Council (GJETC). Seit 2016 arbeitet das GJTEC mit hochrangigen Energieexperten zusammen, die von METI in Japan und von Stiftungen sowie Ministerien in Deutschland unterstützt werden. Mit Informationsveranstaltungen, öffentlichen Anhörungen, umfangreichen Publikationen und Masterarbeiten junger Forscher verbreitet das GJETC seine Ergebnisse in Deutschland und Japan (gjetc.org). Es präsentiert ausführliche Empfehlungen zur Unterstützung der Energiewende und der Energieeffizienz in beiden Ländern. Das grundlegende Ziel des Pariser Übereinkommens der Vereinten Nationen (2015) ist, dass die globale Erderwärmung „deutlich unter“ 2 Grad Celsius bleibt. Der GJETC befürwortet die Verantwortung Japans und Deutschlands als hochentwickelte und reiche Länder, eine Führungsrolle zu übernehmen, indem sie die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80% senken und kontinuierlich eine CO2-Neutralität anstreben.

JACA Preisträger 2019 Prof. Dr. Peter Hennicke, rechts im Bild (Foto: Valentin Jäger-Waldau)

Professor Dr. Hennicke ist ein Pionier auf dem Gebiet der Energiewende und Energieeffizienz mit einer Erfahrung von über 30 Jahren. Bis heute engagiert er sich für die sozial-ökologische Transformation des Energiesystems in Deutschland und anderen Ländern, insbesondere in Japan. Als Volkswirt beschäftigt er sich intensiv mit den Kostenvorteilen durch Energieeinsparungen und der wirtschaftlichen Machbarkeit einer vollständigen Energieversorgung durch erneuerbare Energiequellen. Mit seiner Arbeit und Erfahrung zählt er zu den profiliertesten Experten der Energiewende.

Mit der Entwicklung seiner Ideen begann er Anfang 1980. Professor Hennicke entwickelt Konzepte zur Energieeinsparung und fordert deren Umsetzung in hochrangigen politischen Beiräten. Als Mitglied von drei Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages zum Thema Klima und Energie hat er das Konzept nachhaltiger und risikoarmer Energiesysteme vorangetrieben. Als Pionier und Führungspersönlichkeit nimmt er eine Vorbild-Funktion in der Forschung und für die jüngeren wissenschaftlichen Mitglieder ein, was sich auch in seiner beeindruckenden Liste von mehr als 230 Publikationen zu Energiewende, Energieeffizienzsteigerung, Klima- und Ressourcenschutz widerspiegelt.

Professor Hennicke war Präsident des Wuppertal Instituts, erhielt die höchsten Umweltpreise Deutschlands und Schwedens und wurde zum ordentlichen Mitglied des Club of Rome ernannt. Als Vertreter des Europäischen Parlaments war er vier Jahre lang im Verwaltungsrat der Europäischen Umweltagentur in Kopenhagen tätig. In den letzten 15 Jahren wurde er zu zahlreichen Konferenzen in Japan eingeladen, z.B. der Global Environmental Action (GEA) und des STS-Forums. Er war Mitglied des Kuratoriums des Instituts für globale Energiestrategien (IGES / Hayama).

Seine herausragenden Leistungen in der nationalen und internationalen wissenschaftlichen Politikberatung führten schließlich zu seiner jüngsten Tätigkeit, der Gründung und dem Vorsitz des GJETC zusammen mit Prof. Masakazu Toyoda, CEO des Institute of Energy Economics in Japan.

Der GJETC bestand in der ersten Phase zwei Jahre von 2016 bis 2018 bis zur Veröffentlichung des ersten „Berichtes 2018“ im April 2018. In der zweiten Phase wird der GJETC bis 2020 hauptsächlich mit folgenden Themen befasst sein: Wasserstoffgesellschaft, die Rolle der Digitalisierung für die Energiewende, langfristige Klimaschutzstrategien sowie Energieeffizienz in Gebäuden.

Der GJETC gilt als Vorlage für ähnliche weltweite Initiativen zur schnelleren Umsetzung der Energiewende und bilateraler gegenseitiger Lernprozesse. Trotz unterschiedlicher energiepolitischer und geografischer Rahmenbedingungen stehen Japan und Deutschland vor einer ähnlichen langfristigen Herausforderung: Das Energiesystem in ein kostengünstiges, zuverlässiges, risikoarmes, ressourcenschonendes - und klimaneutrales System umzuwandeln, während die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und gestärkt wird. Ein bilateraler Rat für Energiewende, der auf gemeinsamer Forschung der beiden Hightech-Länder beruht, kann zu Problemlösungen in Deutschland und Japan beitragen. Das GJETC ist in Format, Kontinuität und Größe das erste forschungsbasierte deutsch-japanische Kooperationsprojekt zur Energiewende. Es arbeitet mit hochkarätigen Forschern aus Deutschland und Japan zusammen und konzentrierte sich in der ersten Phase auf ein umfassendes Studienprogramm zu strategischen Systemfragen. Die Ergebnisse werden für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bereitgestellt. Der Rat bringt auch die Vision und das Wissen von Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen. Stakeholder-Dialoge mit hochrangigen Vertretern der japanischen und deutschen Industrie, Parlamentariern und Vertretern des dezentralen Energiesektors wurden erfolgreich durchgeführt.

Eine der gemeinsamen Empfehlungen des GJETC in seinem Bericht 2018 lautete wie folgt: „Ein bilaterales Abkommen, Budget und Marketingkonzept für ein deutsch-japanisches Unterstützungsprogramm für den Austausch von Studenten, gemeinsame Master- und Doktorarbeiten sowie für Berufsausbildung und Schulbildung werden dringend empfohlen. Dies könnte dem EU-Erasmus-Programm nachempfunden sein. Im Hinblick auf ein ehrgeiziges japanisch-deutsches Austauschprogramm ist eine attraktive finanzielle Unterstützung für den Erwerb von Sprachkenntnissen und für die Unterbringung im Ausland unerlässlich.“

Das GJETC fördert und erleichtert den Austausch junger Forscher aus beiden Ländern, um Erfahrungen in der Arbeit des Rates zu sammeln, z.B. in Zusammenarbeit mit den Instituten / Netzwerken der Ratsmitglieder.

Aufgrund ihrer langjährigen Freundschaft und ihrer Basis als technologieorientierte Industrienationen sollten Deutschland und Japan gemeinsam an der Herausforderung, wie die der „Mensch zum Mond“, eines klimaneutralen Energiesystems arbeiten. Bisher waren jedoch die Spezifikationen für die Zielvorgaben zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zur Mitte des Jahrhunderts in beiden Ländern unterschiedlich. Ein eingehenderer Austausch über diese Unterschiede ist erforderlich. Es bedarf der Kontinuität und des offenen Meinungsaustauschs insbesondere junger Forscher in beiden Ländern, um die kulturellen und geografischen Unterschiede und gleichzeitig die gemeinsamen Herausforderungen zu verstehen, um gemeinsam wirksame Problemlösungen zu finden.

German Japan Energy Transition Council (GJETC)

Rede von Prof. Dr. Peter Hennicke zur Entgegennahme des JACA 2019

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