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Neues vom JSPS Club 04/2014

 

Interview mit Matthieu Py, neuer Leiter des EURAXESS Links Japan Büros in Tokyo

vom Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Heinrich Menkhaus

links: Matthieu Py, rechts: Heinrich Menkhaus

Menkhaus: Herr Py, von Ihnen erhalte ich jeden Monat den EURAXESS Newsletter Japan und weitere Informationen zur Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Japan auf dem Gebiet der Wissenschaft. Diese leite ich immer gleich an die Mitglieder des JSPS-Clubs weiter. Die Mitglieder müssten also eigentlich mit dem Begriff EURAXESS vertraut sein. Trotzdem möchte ich Sie bitten, einmal kurz zu erläutern, was EURAXESS eigentlich ist.

Py: Aus dem Namen selbst erschließt sich, dass es um den Zugang zu Europa geht. Gemeint ist der Zugang für Wissenschaftler zu den 28 Mitgliedsstaaten der Union und zu den 12 anderen, sogenannten Partnerländern. EURAXESS ist in seiner heutigen Form sukzessive entstanden. Es fing im Jahre 2003 mit dem European Researcher's Mobility Portal mit Angeboten für Wissenschaftler an. Das ist heute die Kategorie „Jobs“ auf der EURAXESS Homepage. Im Jahre 2004 wurde dies erweitert um ERA-MORE, eine Abkürzung entstanden aus dem Begriffen European Research Area – Mobile Researchers. Das ist heute die Kategorie „Services“ auf der Homepage. Im Jahre 2005 ging es weiter mit der European Charter and Code, gefolgt im Jahre 2008 mit dessen Implementierung unter dem Namen Human Resources Strategy for Researchers, was heute wesentlicher Bestandteil der Kategorie „Rights“ auf der Homepage ist. Im Jahre 2006 folgte dann der vorerst letzte Schritt, nämlich die Etablierung der 4. Kategorie auf der Homepage, nämlich von EURAXESS Links. Darunter sind die Aktivitäten der genannten 40 Staaten mit dem Raum außerhalb zusammengefasst.

Menkhaus: Seit wann gibt es denn EURAXESS Links Japan? Ich erinnere mich daran, dass ich im Jahre 2008 zu einer Veranstaltung an die Tōkyō Universität geladen war, wo der seinerzeit für Forschung zuständige Kommissar der EU über die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Japan sprach. War das der Anfang?

Py: Ja genau, EURAXESS Links Japan ist im Herbst 2008 ins Leben gerufen worden. Zunächst war Intrasoft International Luxemburg als Trägerorganisation für das Büro in Japan tätig. Die Arbeit vor Ort wurde von Herrn Lee Woolgar erledigt. Im Jahre 2014 wechselte die Trägerorganisation. Es ist jetzt das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft und Raumfahrt (DLR). Als Mann vor Ort habe ich zum 1. August dieses Jahr Herrn Woolgar abgelöst. Ich sitze tatsächlich als Untermieter in den Räumen des DLR in Tōkyō.

Menkhaus: Was sind Ihre Hauptaktivitäten?

Py: Eine davon haben Sie selbst gerade angesprochen, den Newsletter, den Sie den Mitgliedern Ihrer Gesellschaft weiterleiten. Darin geht es nicht nur um Stellenangebote, sondern auch um verfügbare Fördergelder, Veranstaltungen in Japan usw. Eine neue Aktivität besteht darin, dass EURAXESS Links Japan jetzt auch eigene Veranstaltungen in Japan durchführt. Dazu gehört etwa das Science Slam, das im Jahre 2013 erstmals veranstaltet wurde. Ganz neu ist die Researchers Night, die erstmals im November 2014 im Kansai veranstaltet wurde, und bei der nicht nur auf die Aktivitäten von EURAXESS sondern auch auf Studien- und Forschungserfahrungen von Ausländern in Japan eingegangen wurde. Gegenwärtig streben wir eine Vereinbarung mit dem Japan Affiliated Research Community Network (JARC-NET) an, welches auf der Homepage der JSPS gehostet wird und eine ganz ähnliche Strategie verfolgt wie EURAXESS, nämlich Wissenschaftlern eine adäquate Tätigkeit anzubieten.

Menkhaus: Was kann der JSPS-Club für Sie tun?

Py: Der Club ist der geborene Partner für EURAXESS. Deshalb ist er auch schon seit Bestehen der Homepage unter National Networks for European Researchers verlinkt. Bitte verteilen Sie weiter unsere Newsletter und Einladungen zu unseren Veranstaltungen an Ihre Mitglieder. Vielleicht können Sie uns auch gelegentlich Referenten für unsere Veranstaltungen benennen. Bitte denken Sie auch darüber nach, was EURAXESS für Ihre Mitglieder anbieten kann.

Menkhaus: Herr Py, ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

Mitglieder laden Mitglieder ein in Wien 28.–29.11.2014

vom Landesbeauftragten Prof. Dr. Eberhard Widmann

Als erstes Ereignis des JSPS-Clubs in Österreich fand am 28. und 29. November 2014 „Mitglieder laden Mitglieder ein“ in Wien statt, organisiert vom Länderbeauftragten für Österreich, Prof. Eberhard Widmann. Der Nachmittag des 28. stand im Zeichen eines Symposiums zum Thema „Wissenschaftliche Kooperation Österreich-Japan“. Als Veranstaltungsort diente der Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im 1. Wiener Bezirk, der den siebzig angereisten Teilnehmern, darunter 15 Österreichern, ein angenehmes Ambiente bot. Nach den Grußworten des Club-Vorsitzenden Heinrich Menkhaus, des Direktors des japanischen Informations- und Kulturzentrums Wien, Mag. Kawahara Tsuyoshi von der japanischen Botschaft, des Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen der ÖAW, Mag. Bernhard Plunger, Mag. Dominik Freinbichler als Vertreter des für den Wissenschaftleraustausch zuständigen Österreichischen Austauschdienst OeAD, und der Vorstellung des Clubs durch Vorstandsmitglied Sabine Ganter-Richter folgten Fachvorträge. Prof. Peter Pantzer sprach zur Österreich-Japanischen Geschichte, Dr. Valeria Jana Schwanitz und Dr. August Wierling über den Saigoku Pilgerweg im Westen Japans. Danach wurden Beispiele konkreter gemeinsamer Forschungsprojekte zwischen österreichischen und japanischen Wissenschaftlern vorgestellt: es sprachen die Mitglieder Dr. Iris Mach vom Japan Austria Science Exchange Center der Technischen Universität Wien zum Thema „Rauminszenierung in der japanischen Architektur“, Dr. Christoph Schwanda vom Institut für Hochenergiephysik der ÖAW über das BELLE-Experiment am japanischen Beschleunigerzentrum KEK, und Prof. Eberhard Widmann über seine Aktivitäten an der Anlage JPARC in Tōkai.

Der Ausklang des Tages, der ausreichend Zeit sowie die entsprechende Atmosphäre zum gegenseitigen Kennenlernen bot, erfolgte in einem typischen Wiener Stadtheurigen, dem Zwölf Apostelkeller, nur wenige Schritte vom Veranstaltungsort entfernt. Es handelt sich dabei um einen drei Stockwerke tiefen und mehr als 600 Jahre alten Keller, in dem in typischer Heurigenatmosphäre einfachen Speisen, Wein und Musik verköstigt wurden.

Der Vormittag des 29.11. war dem Besuch des Museums für angewandte Kunst gewidmet. Das MAK ist bekannt für seine große Sammlung an Ukiyo-e Farbdrucken, die jedoch zurzeit nicht ausgestellt sind. Anstelle dessen wurde den Teilnehmer eine Führung durch die Schausammlung Asien China – Japan – Korea angeboten, die von dem japanischen Künstler Kawamata Tadashi gestaltet wurde, angeboten.

 

6. Junior Forum am 29.11.2014 in Wien

vom Vorstandsmitglied Dr. Chantal Weber

Auf Einladung des Bonner Büros der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. (JSPS-Club) waren die kürzlich von einem Japan-Aufenthalt zurückgekehrten JSPS-Stipendiaten nach Wien gekommen, um über ihre Erlebnisse und Ergebnisse zu berichten.

Zunächst jedoch schilderten zwei erfahrene Wissenschaftler, Prof. Dr. Eberhard Widmann, Österreichische Akademie der Wissenschaften, und Dr. Iris Mach, TU Wien, ihre Karrierewege nach einem JSPS-finanzierten Japanaufenthalt.

Anschließend berichteten die Doktoranden und Postdoktoranden in Kurzreferaten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Japan. Die Begeisterung in einem neuen Umfeld zu arbeiten und zu leben, neben interessanten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch eine für manche neue Kultur zu erleben, kam in den Berichten sehr gut zum Ausdruck. Es hat sich auch hier wieder gezeigt, dass ein Forschungsaufenthalt in Japan nicht nur dem wissenschaftlichen Arbeiten dienlich ist, sondern den persönlichen Horizont erheblich erweitert und eine individuelle Bereicherung ist.

Wie sich die neuen Japankontakte auch an der Heimatuniversität weiterhin pflegen und ausbauen lassen, das zeigte Dr. Matthias Hofmann in einer Präsentation über die Aktivitäten des JSPS-Clubs.

Bei dem anschließenden Abendessen bestand in angenehmer Atmosphäre die Möglichkeit des Austauschs in persönlichen Gesprächen.

 

Disaster Recovery Access Networks

vom Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Staguhn

Am 6. Oktober hat der Wissenschaftliche Gesprächskreis (WGK) stattgefunden. Nach der Sommerpause 2014 haben Frau Dr. Toyka-Fuong, die neue Leiterin des DAAD Büros in Tōkyō, und Prof. Heinrich Menkhaus, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V., die bekannte Vortragsreihe eröffnet. Dr. Matthias Herlich, zurzeit mit einem DAAD Stipendium Post-Doc am National Institute of Informatics in Tōkyō, startete mit einem interessanten Thema zur Wiederherstellung der Mobilkommunikation nach Katastrophen.

Das Ziel seiner Forschung am NII ist es, durch relativ einfache und vorhandene Mittel möglichst schnell, z.B. nach dem Ausfall von Basisstationen für Mobilfunk, eine Verbindung mit dem Kommunikationsnetz für die betroffenen Personen aufzubauen. Die Idee: Da heute und in naher Zukunft die Verbreitung von Smartphones schon sehr hoch ist, können diese für den Aufbau einer Übertragungskette mit der WLAN-Funktion genutzt werden, bis der nächste funktionierende Internetzugang erreicht ist. In seinem Projekt untersucht er, wie die einzelnen Smartphone platziert werden müssen, um eine möglichst gute Verbindung zu erhalten. Aber auch die Benutzerfreundlichkeit für Nichtexperten muss gewährleistet werden, damit die Betroffenen nach einer Katastrophe mit der neuen Technik zurechtkommen können.

Eine lebhafte Diskussion, die schon während seines Vortrags begann, zeigte das große Interesse der Zuhörer an diesem Thema – und man konnte dabei sogar etwas über die Grundprinzipien der Mobilkommunikation lernen. Im Anschluss gab es Gelegenheit zu vielfältigen Diskussionen in den Räumen des DAAD.

 

7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Humboldtianer e.V. (24. und 25.10.2014 in Kassel)

vom Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Staguhn

Die Jahrestagung begann mit der Begrüßung und Eröffnung durch Prof. Dr. Uwe Dorka, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Humboldtianer e.V.

Den Schwerpunkt am ersten Nachmittag bildete die Podiumsdiskussion mit dem Titel: „Bildungsaus durch zu viel Ausbildung?“

Teilnehmer der Diskussionsrunde waren Prof. Dr. Thomas Bosch, ehm. Vizepräsident der Universität Kiel (Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft der Humboldtianer), Dr. Enno Aufderheide, Generalsekretär der Alexander von Humboldt Stiftung, Dr. Stefan Kaufmann, Mitglied des Bundestages, Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, sowie Prof. Dr. Hans Peter Klein, Didaktik der Biowissenschaften, Goethe Universität Frankfurt (Mitbegründer der Gesellschaft für Bildung und Wissen).

Für solch ein breites und gleichzeitig kontroverses Thema sind konkrete Lösungsansätze in einer Diskussionsrunde kaum zu erwarten, dennoch kamen interessante Argumente für verschiedene Positionen zur Sprache. So fielen Begriffe wie: die Studierfähigkeit ist nicht gegeben; die Freiheit der Universitäten ist in Gefahr; die forschende Universität im Sinne des Humboldt-Ideals; Studentenmassen; die Frage, wer in den Genuss eines steuerfinanzierten Studiums kommt und warum und ob der Zugang nur einem geringen Prozentsatz eines Jahrgangs gewährt werden soll; die Abwertung der dualen gegenüber der akademisch/theoretischen Ausbildung; die Abgrenzung zur Fachhochschule oder Berufsakademie, um nur einige der Diskussionspunkte zu nennen

Mein persönlicher Eindruck war und ist, dass sich die Zeiten verändern und dem Universitäts-Modell wie vor 50 oder 100 Jahren nicht nachgetrauert werden darf. Die Bildung und Ausbildung (erinnert mich immer an den Begriff „Auslernen“ – der Abschluss einer Handwerkslehre) für die jungen Menschen in der „Mühle“ ist zu wichtig, für den einzelnen zu wertvoll und für die Gesellschaft zu teuer, als dass damit Klientelpolitik gemacht werden sollte.

Es ist auch kein Qualitätskriterium, wenn 50% eines Jahrgangs ein Studium abbrechen (diese Zahlen sind mit Vorsicht zu verwenden, weil z.B. die freiwilligen Wechsler mitgezählt werden). So argumentieren einige, dass dies ein Zeichen hoher Qualitätskontrolle sei – aber vielleicht stimmt da was in der Lehre nicht mehr? Wenn in einer Fertigung regelmäßig nur 5 % Ausschuss produziert würden, wäre der Teufel los – und die Produkte kann man selten verantwortlich machen. Dies ist die Philosophie der Null-Fehler Produktion. Es gab in der Diskussion also eine Menge Konflikte und unterschiedliche Standpunkte.

Im Anschluss an die mit Argumenten aus verschiedenen Gedankenhimmelsrichtungen reichen Diskussion war der Fußweg zur Orangerie sehr willkommen. Der besuchte Teil der Orangerie ist heute der Sitz des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts und geht auf die im Stadtschloss eingerichtete Sternwarte zurück, die Landgraf Wilhelm IV. für seine astronomischen Studien um 1580 erbaute.

Am Abend haben die Deutsche Gesellschaft der Humboldtianer e.V. und die Alexander von Humboldt-Stiftung zu einem gemeinsamen Dinner vor frechen Interpretationen der Grimm-Märchen eingeladen. Die Teilnehmer waren begeistert. Die Grußworte sprachen Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Präsident der Universität Kassel, Dr. Enno Aufderheide, Generalsekretär der Alexander von Humboldt Stiftung, und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Kassel.

Am folgenden Tag, den 25.10.2014, gab es ein wissenschaftliches Symposium mit Poster-Präsentation im Gießhaus und parallelen Besuchen im Labor für Konstruktiven Ingenieurbau von Prof. Dorka. Im Labor wurde eindrucksvoll der Einfluss von Erdbeben auf die Tempelsäulen der Antike (Neptun Tempel von Paestum, Italien) und die Anwendung moderner Simulationssoftware gezeigt. Mit diesem Verfahren gelingt es, das Verhalten eines kompletten Tempels oder Bauwerks während eines Erdbebens zu berechnen, obwohl nur eine Säule der vielen physisch „geschüttelt“ wird – auch Software in the Loop genannt.

Auf den Postern stellten AvH-Stipendiaten aus der Region Kassel-Göttingen und ihre Gastgeber ihre Projekte vor. Im Anschluss daran konnten die AvH-Stipendiaten aus der Region zu ihrer Integration und Lebenssituation in Deutschland an einem Round Table zusammen mit Dr. Enno Aufderheide diskutieren.

Anschließend fand die Mitgliederversammlung der Deutsche Gesellschaft der Humboldtianer e.V. im Gießhaus der Universität Kassel statt. Die nächste Jahresversammlung wird in Hamburg am Wochenende des 23. Oktobers 2015 zum Thema „Klimaforschung“ stattfinden.

 

JaDe-Preis für Prof. Dr. Uwe Czarnetzki, Gründungsvorsitzender des JSPS-Clubs

Mit dem JaDe-Preis 2015 wird Herr Professor Dr. Uwe Czarnetzki ausgezeichnet. Professor Czarnetzki gehört der Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum an und hat den Lehrstuhl für Plasma- und Atomphysik inne. Die bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen des Ausgezeichneten in seinem Arbeitsbereich wurden u.a. 2010 von der European Physical Society (EPS) durch Verleihung des Plasma Physics Innovation Prize anerkannt. Die JaDe-Stiftung würdigt mit dem JaDe-Preis insbesondere Professor Czarnetzkis langjährige und intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit mit japanischen Experten in seinem Forschungsfeld. Postdoc-Stipendien führten ihn an die Kyushu Universität nach Fukuoka. Später folgten Kooperationen mit anderen Universitäten wie der Nihon und Keiō Universität in Tōkyō, der Nagoya Universität, der Ōsaka Universität und dem National Institute for Fusion Science in Toki. Seine Betreuung zahlreicher Studierender, Doktoranden und Postdocs aus Japan, sowie die Forschungskooperation mit renommierten Kollegen vor Ort in Japan und in Deutschland sind eindrucksvoll.

Darüber hinaus ist Professor Czarnetzki Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten, welche weltweit die erste Alumni-Vereinigung dieser bedeutenden japanischen Fördereinrichtung ist. Als langjähriger Vorsitzender hat Professor Czarnetzki maßgeblich zum Erfolg des JSPS-Clubs beigetragen.

Er ist zudem im Bereich japanisch-deutscher Wissenschaftsbeziehungen auf landes- und bundesministerieller Ebene beratend und organisierend tätig. Mit den zahlreichen, nachhaltig wirksamen Beiträgen zum deutsch-japanischen Wissenschaftsaustausch hat sich Professor Czarnetzki beispielhaft über sein engeres Fachgebiet hinaus um die deutsch-japanischen Beziehungen verdient gemacht.

Die Preisverleihung fand am 7. Februar 2015 in einer Feierstunde im Japanischen Kulturinstitut Köln (The Japan Foundation) statt.

Quelle: JaDe-Stiftung

 

Karl Heinz Beckurts-Preis für Mitglied Prof. Dr. Andreas Marx

Prof. Dr. Andreas Marx

Für seine anwendungsorientierte Forschung zur Rolle sogenannter DNA-Polymerasen an der Replikation und Reparatur des Erbguts (DNA) wurde der Konstanzer Chemiker Prof. Dr. Andreas Marx mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis 2014 ausgezeichnet. Marx ist Club-Mitglied und war früher im Vorstand des Clubs aktiv. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis würdigt im Besonderen das Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für den Transfer von Forschungswissen in die Industrie und Wirtschaft. Marx’ Forschung machte die Entwicklung innovativer Anwendungen im Bereich der Biotechnologie möglich, unter anderem für die medizinische Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen. Die Auszeichnung wurde am Montag den 1. Dezember 2014 in der Münchner Residenz überreicht.

Andreas Marx’ wissenschaftliche Arbeit ist geprägt von seinem Engagement für den Transfer von Forschungswissen in die Anwendung in Industrie und klinischer Diagnostik. Unter anderem gründete er 2014 gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Konstanz das Unternehmen myPOLS Biotec zur Weiterentwicklung und zum Vertrieb anwendungsoptimierter DNA-Polymerasen.

„Andreas Marx’ Forschung hat gerade vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung große Bedeutung“, hebt die Vorstandsvorsitzende der Karl Heinz Beckurts-Stiftung und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums Berlin, Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, hervor: „Sie leistet einen Beitrag dazu, dass Mediziner größere Sicherheit bei der Diagnose, Therapie und Prognose von Krankheiten gewinnen. Therapien werden dadurch zielgenauer, die Lebensqualität der Erkrankten steigt, und Kosten durch ungenaue Diagnosen werden vermieden. 

Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung wurde 1987 von der Helmholtz-Gemeinschaft zur Erinnerung an den Forscher und Manager Prof. Dr. Karl Heinz Beckurts gegründet. Sie verleiht jährlich den Karl Heinz Beckurts-Preis für die „kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, im Besonderen für „herausragende wissenschaftliche und technische Leistungen, von denen erkennbare und von den Preisträgern geförderte Impulse für industrielle Innovationen in Deutschland ausgehen“.

Quelle: Universität Konstanz, Presseinformationen

 

Bewegte Elektronen auf neuen Wegen: Verleihung des Freigeist-Fellowships an Annika Bande

von Clubmitglied Dr. Annika Bande, Helmhotz-Zentrum Berlin

Dr. Annika Bande (Foto: privat)

Während eines mühsamen Treppenanstiegs im Kyōtoer Fushimi Inari-Taisha als Doktorandin der RWTH Aachen legte ich mich auf den anstrengenden und langsam ansteigenden Weg der Hochschulkarriere fest. Die ersten Stufen erklomm ich als Postdoc u.a. 2008–09 mit der JSPS bei Prof. H. Nakatsuji am QCRI in Kyōto. Beides, der ungewöhnliche Forschungsort und -inhalt (exakte Lösung der Schrödinger-Gleichung) brachten mir bei den deutschen theoretischen Chemikern großen Respekt ein, so dass mir für die Habilitation alle Wege offen standen.

Seit 2010 beschäftige ich mich an der Universität-Heidelberg in der Gruppe von Prof. Lorenz Cederbaum mit der Computer-basierten Untersuchung von Energieübertragungsprozessen zwischen zwei weit voneinander entfernten Elektronen in getrennten chemischen Systemen. Innovativ an meiner Forschung ist, dass ich die Bewegung der Elektronen zeitaufgelöst beobachte und die Prozesse in neuartigen, halbleitenden Nanomaterialien, den Quantenpunkten, untersuche, wo sie beispielsweise in modernen Thermobildkameras oder Solarzellen Anwendung finden sollen. Mit diesem Forschungsvorhaben bin ich inhaltlich zwischen den Disziplinen Festkörperphysik, theoretische Chemie und Materialwissenschaften angesiedelt, so dass die üblichen Forschungsförderer trotz ihrer hohen Wertschätzung für meinen Lebenslauf – mittlerweile habe ich neben zwei Postdoc-Bewegungen und zwei bewegten Elektronen auch zwei bewegende Kinder – zurückhaltend waren.

Regelrecht begeistert war die Volkswagen-Stiftung, so dass mir am 29.04.2014 in Schloß Herrenhausen in Hannover eins der ersten elf hochdotierten Freigeist-Fellowships verliehen wurde. Alle Fellows sind junge Forscherpersönlichkeiten, die interdisziplinär und unkonventionell arbeiten und – wie auch jeder JSPS-Fellow - Spaß am kreativen Umgang mit Unerwartetem haben. Eine flexibel einsetzbare Fördersumme von bis zu einer Million Euro in fünf Jahren zum Aufbau der Nachwuchsgruppen erlaubt den Fellows, auf aktuelle Projektentwicklungen reagieren zu können.

Bei mir trat die erste unvorhergesehene Projektentwicklung bereits vor Antritt des Fellowships ein: ich erhielt die Möglichkeit, meine Nachwuchsgruppe in dem von Prof. E. Aziz geleiteten Institute for Methods in Material Development des Helmholtz-Zentrums Berlin und dem Joint Lab JULiq mit der Freie Universität Berlin anzusiedeln. In diesem Umfeld von Experimentatoren arbeite ich mit meinem Team seit Oktober 2014 daran, meine theoretischen Vorhersagen in zeitaufgelösten, spektroskopischen Experimenten ihre Bestätigung finden zu lassen.

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Tōkyōer JSPS-Club-Mitglieder – Aktivitäten im Herbst: Science Vorträge, Science-Talk und Science-Slam

von Clubmitglied Prof. Dr. Wilfried Wunderlich

Science Vortrag 1: WGK Vortrag über Mobiltelefone
(s. auch den Artikel „Disaster Recovery Access Networks“)
„Wie kann die Kommunikation von Mobiltelefonen im Katastrophenfall aufrecht erhalten werden?“ lautete das Thema des ersten WGK-Vortrages nach der Sommerpause. Der Informatiker Dr. Matthias Herlich, zur Zeit Post-Doc am National Institute for Informatics in Tōkyō, trug über verschiedene technische Möglichkeiten zum Internet-Zugang im Notfall vor. Sechs Mitglieder waren anwesend, darunter Paul Kaletsch, unser neuestes studentisches Mitglied.

Science Vortrag 2: „Nachhaltiger Städtebau“
von Prof. Christian Dimmer Die alljährliche DAAD-Veranstaltung „Butterbrot und Bier“ heißt alle neuen Stipendiaten zu ihrem Aufenthalt in Japan willkommen. Eingeladen sind auch die Ehemaligen und nicht DAAD geförderte Studierende und Forscher in Japan. Im sehr gut besuchten Europa-Saal im OAG-Gebäude trug unser Mitglied Prof. Christian Dimmer, University of Tōkyō, in seinem Festvortrag über nachhaltigen Städtebau vor. Wie besonders bei der Katastrophe am 11. März 2011 deutlich wurde, ist die sichere Notfallversorgung besonders wichtig. Zu den Vorschlägen gehörten kurze Wege für Fußgänger sowie Trennung von Verkehr und öffentlichem Aufenthaltsraum. Der reichbebilderte Vortrag bot gleichzeitig eine gute Einführung zu Japan. Anschließend lud die Leiterin des DAAD-Büros, Frau Dr. Ursula Toyka-Fuong, zum Buffet ein, das zwei Architektur-Studierende mit einem Kunstwerk aus Schirm-Plastiktüten umrahmt hatten.

links: Wunderlich, rechts: Hitzer (Foto: Wunderlich)

Science Vorträge 3: Seminar-Reihe Re3build ICU an der ICU
Auf Initiative unseres Clubmitglieds Prof. Eckhard Hitzer zusammen mit drei seiner Universitätskollegen (Prof. Mark Langager (Bildung), Prof. Miyazaki Nobuyuki (Wirtschaft), Prof. Kibe Takashi (Politik)) fand an der Internationalen Christlichen Universität (ICU) in Mitaka/Tōkyō eine neue Vortrags-Reihe mit insgesamt elf Seminarvorträgen unter dem Motto Re3build ICU statt. Re3build steht dabei für Renewable Energy and Energy Efficient Building, also erneuerbare Energien, deren Ausbau sowie zukünftiger technischer, wirtschaftlicher und politischer Entwicklung mit einem zweiten Fokus auf energieeffizienten Häusern. Die Vorträge von Experten aus dem In- und Ausland waren für Studenten, Mitarbeiter und Professoren sowie auswärtige Interessierte gedacht und wurden auf Englisch oder Japanisch gehalten. Die Themen umfassten alle erneuerbaren Energien, wie Solar, Biomasse und Geothermie sowie Forstwirtschaft, Niedrig-Energie-Häuser und Smarte Kommunen.

Den Abschluss bildete der Vortrag von unserem Club-Mitglied Prof. Wilfried Wunderlich (Tōkai University) zum Thema Wiederverwertung von Abfallwärme durch Thermoelektrik. Einige der Vorträge stehen bereits auf YouTube unter dem Kanal „Hoffnung2020“ für Interessenten zur Verfügung; es ist geplant, dieses Online-Angebot in Zukunft noch zu erweitern. Die Vortragsreihe soll fortgesetzt werden.

Science-Talk: JSPS-Club Mitglieder im Podium bei JST-Agora
Die Agora bezeichnete im antiken Griechenland den zentralen Versammlungsplatz einer Stadt und war zugleich auch eine bedeutende gesellschaftliche Institution. Die für strategische Planung und Durchführung von Forschungsprojekten zuständige Japan Science und Technology Agency (JST), wählte diesen Namen für den nun zum 2. Mal veranstalteten 3-Tage-Event im Wissenschaftsmuseum Mirai-kan in Tōkyō. Agora ist somit in erster Linie ein Treffpunkt für Familien, um Wissenschaft nicht nur Kindern und Schülern spielerisch nahezubringen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt. Es ist eine der Plattformen unter dem Motto „Wie können wir Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft bauen“?

von links nach rechts: Yuasa, Komai, Ataka (verdeckt), Yasuda, Menkhaus, Sur Chowdhury (Bangladesch), Bustamante (Mexiko), Py, Karthaus (Foto Wunderlich)

So gab es am 9. November mehrere Podiumsdiskussionen, wo namhafte Wissenschaftler über aktuelle Themen sprachen. Eines davon hieß „Science-Talks“, welches als Video-Event gestaltet war, und widmete sich speziell den in Japan tätigen ausländischen Wissenschaftlern. Neben Jung-Wissenschaftlern aus Bangladesch, Indien und Mexiko waren zwei unserer JSPS-Club Mitglieder vertreten, Prof. Heinrich Menkhaus von der Meiji Universität und Prof. Olaf Karthaus vom Chitose Institute of Science and Technology. Die beiden japanischen Diskutanten Dr. Akata Kazuto und Prof. Yasuda Yosuke, berichteten vor allem im Vergleich zu ihren Erfahrungen als Gastwissenschaftler in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dr. Matthieu Py, der neue Leiter des EURAXESS Links Büros in Tōkyō konnte Frankreich in den Vergleich mit Japan einbinden.

Die lockere Atmosphäre der auf Japanisch geführten Diskussion war den beiden Diskussionsleitern Yuasa Makoto und Komai Shōji (Nara Institute of Science and Technology) zu verdanken. Yuasa Makoto produziert ähnliche Video-Events (www.sciencetalks.org) und unterhält gleichzeitig den Wissenschafts-Blog sci-news.co.jp, der einen Editoren-Service zum Einreichen von wissenschaftlichen Artikeln in Zeitschriften www.editage.jp anbietet. Jeder Programmpunkt wurde durch einen lauten Ton eingeleitet. Mit diesem wurden die vorab von den Panelisten zu den einzelnen Fragen eingereichten Antworten auf Japanisch und Englisch dem Publikum präsentiert. Herr Menkhaus bekräftigte, dass für gute Wissenschaftler Japan im Moment der beste Platz sei. Herr Karthaus betonte, dass das Denken, das Hineinversetzen in die Lage des anderen und besonders die Anpassung in den Köpfen wichtig sei. Der allgemeine Tenor war, dass die Zusammenarbeit nicht von der Sprachbarriere abhängt, sondern vom Aufeinander-Zugehen. Das Video wird bald auf YouTube zu sehen sein. Die Veranstaltung soll im nächsten Jahr fortgesetzt zu werden.

Science-Slam: JSPS-Club Mitglied Olaf Karthaus in der Endauswahl
Am Montag, 10. November 2014 fand im Tōkyō Institute of Technology der zweite Tōkyō’er Science-Slam statt. Vieles war anders als beim ersten Mal. Ob es an dem witzigen Einladungsplakat lag, an dem neuen EURAXESS Links Vertreter Dr. Matthieu Py oder an den über 120 Zuhörern, die Atmosphäre war jedenfalls sehr gelockert und die Vorträge unterhaltsam. Fünf Teilnehmer waren in die End-Auswahl gekommen, darunter unser Mitglied Prof. Olaf Karthaus. Er war der einzige Professor unter den sonst recht jungen WissenschaftlerInnen. Die Themen reichten von elektromagnetischen Resonatoren, über integrierte Computer-Brillen bis hin zu neuen Keramiken.

Karthaus zweiter von links und der Moderator Py rechts (Foto Wunderlich)

Alle Teilnehmer verfügten über ein sehr hohes Vortragsniveau auf Englisch und wir Zuhörer, zu denen diesmal auch die Mitglieder der Vorauswahl-Jury zählten, hatten die Qual der Wahl. Herr Karthaus hatte als besondere Attraktion Luftballons als übergroße Modelle für Pollen verteilt, und jeder sollte darauf ein Oberflächenmuster zeichnen, sein Vortragsschwerpunkt. Die Organisatoren legten Wert darauf, dass die Entscheidung darüber, wie viele Punkte jeder Teilnehmer erhalten sollte, nicht durch Mittelwertbildung sondern durch Diskussion in den Gruppen ermittelt wurde. So wurde in den vier Gruppen der Punktestand durch Hand-Aufzeigen festgelegt. Schließlich gewann der Harry-Potter-Imitator. Er darf sich auf eine Drei-Tages-Reise nach Brüssel freuen. Das gelungene interkulturelle Ereignis soll auch im nächsten Jahr wieder stattfinden; die Videos zur Vorauswahl können bei YouTube im „Euraxess“-Channel angesehen werden.

 

Es begann in Uji... Entwicklung eines Kooperationsnetzwerkes mit Japan, Teil 7

von Clubmitglied Dr. Andreas Schaper

N. Ohta, T. Yoshioka und T. Kameda an der Beamline „Structural Biology I“

Radpartie um den Speicherring

Dieses Mal berichte ich von einer kurzen aber ereignisreichen Reise zu dem Humboldtianer Dr. T. Yoshioka (TTI, Nagoya), die durch einen Reisekostenzuschuss seitens der Alexander von Humboldt-Stiftung im Rahmen des Alumni-Programms unterstützt wurde. Wichtigstes Vorhaben des Besuches waren Streuexperimente am Synchrotron SPring-8 in der Harima Science Garden City, Hyōgo Prefecture. Das SPring-8 besitzt eine außergewöhnlich hohe spektrale Brillianz und ist für unser Forschungsprojekt, die Aufklärung von Struktur und Eigenschaften der Hornissenseide, hervorragend geeignet.

Diese Thematik wird federführend am National Institute of Agrobiological Sciences (NIAS) in Tsukuba unter Prof. T. Kameda bearbeitet, der auch an den Experimenten beteiligt war. Das Arbeiten am SPring-8 erwies sich als ausgezeichnet organisiert, die gesamte Anlage bietet eine ausgesprochen komfortable Arbeitsatmosphäre. Die erste Sichtung und Diskussion der Ergebnisse erfolgte anschließend im Toyota Technological Institute (TTI) in Nagoya gemeinsam mit Prof. K. Tashiro, dem Leiter des Department of Future Industry-Oriented Basic Science and Materials, den ich von einer Tagung in Lyon vor einigen Jahren her kannte.

Ergebnisdiskussion mit K. Tashiro und T. Yoshioka am TTI, Nagoya

ISF 2014, Session 8: ...mit Y. Tamada, Y. Kawahara und T. Yoshioka

Prof. Tashiro ist Experte auf dem Gebiet der Röntgenstrukturanalyse von polymeren organischen Materialien, und es war für mich eine wertvolle Erfahrung, mit ihm arbeiten und diskutieren zu können. Die exzellente Geräteausstattung seines Labors erlaubte es, ergänzende Untersuchungen zu den Spring-8-Experimenten gleich vor Ort noch vornehmen zu können. Er und Dr. Yoshioka waren großartige Gastgeber.

...beim Bankett mit K. Hisada und M. Tosaka

Postershow in Kiryū, Gunma, mit Prof. Y. Kawahara und seinen Studenten S. Onosato, F. Muroi, H. Ohnishi und S. Otoyama; rechts unten: Prof. Y. Tachibana

Den Auftakt der diesjährigen Reise bildete das International Symposium on Fiber Science and Technology ISF 2014 in Tōkyō. Tagungsort war das TFT Building auf der Insel Odaiba. Das Symposium fand anlässlich des 70. Jahrestages der Society of Fiber Science and Technology Japan (SFSTJ) statt und war mit annähernd 700 Teilnehmern, davon etwa 10% GastwissenschaftlerInnen aus dem Ausland, mit wissenschaftlichen Beiträgen auf hohem Niveau, einer interessanten und vielbesuchten Industrieausstellung und nicht zuletzt einem begeisternden kulturellen Programm ein großer Erfolg. Insbesondere spiegelte es die neuen Trends in der Entwicklung von Biomaterialien für medizinische Anwendungen, von Nanofasern und composites sowie von smart textiles und biomimetischen Systemen wider. Mein eigener Beitrag in Session 8 hatte den Titel „Fibers for nonwoven fabrics“. Japan ist ohne Zweifel führend auf diesen Forschungsfeldern, und die zahlreichen Firmenpräsentationen belegten die hohe Innovationskraft und wirtschaftliche Bedeutung, die die Faserforschung traditionell in Japan besitzt. Ich traf mit zahlreichen Kollegen zusammen, die ich zum Teil von früheren, durch die JSPS geförderten Besuchen her kannte, darunter den Humboldtianern Profs. T. Kanaya und M. Tosaka (beide Kyōto University), Prof. Y. Tamada (Shinshū University) und den Kollegen Profs. K. Hisada und S. Irie von der Fukui University, wo im März 2013 das International Symposium on Advanced Fiber/Textile Science and Technology (ISAF) stattgefunden hatte.

Die Einladung durch Prof. Y. Kawahara (Gunma University) zur Teilnahme am ISF 2014-Symposium war verbunden mit einem anschließenden Besuch mit Vortrag (Titel: „Structure of organic fibers and nanotubes“) in seiner Arbeitsgruppe am Department of Biological and Chemical Engineering der Universität in Kiryū.

Anhand einer Postershow konnte ich mich von den dort laufenden Arbeiten zur Herstellung neuartiger, bioabbaubarer Fasern und Filme, zur speziellen Verwendung von Keratin und Biomasse und zur Struktur von Polyestern überzeugen.

Von Tōkyō aus ging es nach Kyōto, um den inzwischen von der Dōshisha-Universität pensionierten Y. Tsuda zu besuchen. Er hatte in den zurückliegenden Jahren zahlreiche durch den DAAD geförderte Aufenthalte in Deutschland. Ein Abstecher führte mich zu meinem vormaligen Gastgeber Prof. H. Kurata und dessen Arbeitsgruppe am Institute for Chemical Research in Uji, um über den Fortgang der gemeinsamen Arbeiten und eine vorgesehene Publikation zu sprechen und das neu installierte Monochromated Atomic Resolution Analytical Electron Microscope in Augenschein zu nehmen.

Beim Kyūdō-Meister in Nagoya
Sonnenaufgang über dem SPring-8

Genau in die Zeit unseres Aufenthaltes in Japan fiel die Verleihung der Nobelpreise, und für Nagoya wurde dies zu einem besonderen Ereignis, denn zwei der Preisträger für Physik, I. Akasaki und H. Amano, forschen an der Meijō-Universität bzw. der Universität von Nagoya. Sie erhielten den Preis gemeinsam mit S. Nakamura von der University of California für die Entwicklung der „blauen Leuchtdiode“.

Meine Frau und ich hatten noch eine sehr freundschaftliche Begegnung mit Prof. J. Murase von der Graduate School of Bioagricultural Sciences der Nagoya University, der einmal längere Zeit am MPI für terrestrische Mikrobiologie in Marburg gearbeitet hatte. Sein besonderes Hobby ist Kyūdō, und zu unserer großen Überraschung nahm er uns mit in die Wettkampfhalle, wo wir vom Meister persönlich eine Einführung in die Grundzüge des Kyūdō erhielten.

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Nagoya wurden wir von Familie Yoshioka zu einem Ausflug in den schönen Vorort Arimatsu eingeladen, der bekannt ist für die Pflege des traditionellen Handwerks der Shibori-Technik. Mit dieser Technik werden einzigartige Musterungseffekte beim Färben von Stoffen aus Seide, Hanf, Baumwolle und inzwischen auch synthetischen Materialien erzielt, wovon wir uns im Museum und in den zahlreichen kleinen Läden überzeugen konnten.

Am 11.10. brachen wir in aller Frühe vom Gästehaus des TTI auf, um unseren Rückflug ab HANEDA zu erreichen.

 

 

 

 

Repräsentation des Clubs auf externen Veranstaltungen

05.09.2014: Youth Summitt, Deutsche Botschaft Tokyo | Heinrich Menkhaus

05.09.2014: Grußworte des JSPS-Clubs durch Sabine Ganter-Richter bei dem Symposium „Die ostasiatische Dimension des Ersten Weltkriegs: Der ‚Deutsch-Japanische Krieg‘ und China, 1914–1919“ an der Ruhr-Universität Bochum, organisiert von Dr. des. Jan Schmidt und Prof. Dr. Katja Schmidtpott

18.09.2014: Japanisches Kulturinstitut Köln, Vorstellung des Länderberichts Japan der Bundeszentrale für politische Bildung | Heinrich Menkhaus

06.10.2014: Wissenschaftlicher Gesprächskreis, Tōkyō | Heinrich Menkhaus

15.10.2014: „Aufbau von Alumni-Netzwerken“ im Gespräch mit Prof. Iida, Hokkaido University in Tōkyō | Heinrich Menkhaus, Sabine Ganter-Richter

15.10.2015: Austausch über Kooperationsmöglichkeiten im Gespräch mit Prof. Dr. Franz Waldenberger, Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tōkyō | Heinrich Menkhaus, Sabine Ganter-Richter

16.10.2015: Austausch über die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus im Gespräch mit Regine Dieth, Direktorin des DWIH in Tōkyō | Heinrich Menkhaus, Sabine Ganter-Richter

24.10.2014: Austausch über Kooperationsmöglichkeiten im Gespräch mit Herrn Satoshi Odoi, MEXT, Tōkyō | Heinrich Menkhaus, Sabine Ganter-Richter

24.10.2014: „Butterbrot & Bier“, DAAD Tōkyō | Heinrich Menkhaus, Wolfgang Staguhn, Sabine Ganter-Richter

31.10.2014: Eröffnung Deutsches Festival Aoyama Park Tōkyō | Heinrich Menkhaus

20.11.2014: Grußwort und Vorträge beim „Japan-Karrieretag“ an der Universität Bonn, eine gemeinsame Veranstaltung des DJW und des JSPS-Clubs | Matthias Hofmann, Sabine Ganter-Richter

03.12.2014: Amtseinführung des neuen Direktors des DIJ | Heinrich Menkhaus

11.12.2014: Weihnachtsfeier DAAD Büro Tōkyō | Heinrich Menkhaus

28.11.2014: Vorstellung des JSPS-Clubs durch Sabine Ganter-Richter bei der Infoveranstaltung „Studium und Forschen in Japan“ an der Universität Wien

 

Neue Club-Mitglieder

Wir begrüßen folgende neue Mitglieder, die dem Club von Juli 2014 bis Dezember 2014 beigetreten sind, und heißen sie herzlich willkommen:

  • Dr. Johannes Müller
    Universität Köln, International Office

  • Dr. Iris Mach
    TU Wien, Key-Station – Scientific cooperation with Japan

  • Dr. Sergej Polisski
    Europäisches Patentamt
    Kyōto University, 2011–2014*

  • Paul Kaletsch
    Transparency International

  • Choi, In-Sook
    Baden-Württemberg International
    Keiō University, 2011*

  • Dr. Camelia Miron
    Leibniz-Institut f. Plasmaforschung u. Technologie e.V. (INP)

  • Nina Holzschneider
    Universität Bochum
    Ryūkyū University, 2012*

  • Dr. Ken Yokawa
    Universität Bonn

  • Dr. Dietrich Bollmann
    The University of Tōkyō

  • Prof. Dr. Dieter Lenzen
    Universität Hamburg, HRK
    The University of Tōkyō, 1994*

  • Aiko Möhwald
    Universität Freiburg
    University of Tsukuba, 2014*

  • Dr. Ralf Müller
    Kyōto University, 2012–2013*

  • Ralph Pflanzer
    Universität Frankfurt
    Tōhoku University, 2014*

  • Dr. Wieland Wagner
    Der Spiegel, Tōkyō

  • Dr. Shiro Yukawa
    Universität Bonn

  • Hanna McGaughey
    Universität Trier
    Waseda University, 2013–2014*

  • Max Frenzel
    Imperial College London
    The University of Tōkyō, 2014*

  • Dr. Tobias Schmidt
    Universität Augsburg
    Chiba University, 2014*

  • Torsten Spiegel
    MPI for Comparative and International Private Law
    Kyōto University, 2014–2015*

  • Diana Löffler
    Universität Würzburg
    Nihon University, 2014*

* von JSPS/STA geförderter Forschungsaufenthalt in Japan

 

Verstorbene Club-Mitglieder

  • Prof. Dr. Manfred Thoma (November 2014)
  • Prof. Dr. Georg Will (Januar 2015)

 

Ausgetretene Mitglieder 2014

  • Prof. Dr. Wolfgang Bürger
  • Prof. Dr. Edgar Körner
  • Prof. Dr. Hans Mayrzedt
  • Tessa-Karina Tews

 

Impressum

Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.
Redaktion: Dr. Chantal Weber
Mitarbeit: Dr. Meike Albers
Verantwortlich:
Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.
c/o JSPS Bonn Office, Ahrstr. 58, 53175 Bonn
Tel.: 0228/375050, Fax: 0228/957777
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