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Der JSPS-Club: Das Japan-Netzwerk 14/2014

Der JSPS-Club: Das Japan-Netzwerk 14/2014, S. 17–18 (115 KB)

„Pharmacy – a Journey from Edo Times to Modern Pharmaceuticals and Health Economics“

Am 23. und 24 Mai 2014 trafen sich zirka 160 Teilnehmer in Erlangen zu dem 19. Deutsch-Japanischen Symposium, das die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. gemeinsam organisiert haben. Die Veranstaltung war zudem Rahmen für die Verleihung des JSPS Alumni Club Award an Johannes Müller von der Universität Köln.

Foto: Walter Wetzels


Einführend stellte Matthias Hofmann den japanischen Pharmazieunternehmer Hoshi Hajime dar. Dieser unterstützte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg die „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“ durch großzügige Spenden.

Regina Hübner berichtete über das japanische Apothekensystems zur Edo Zeit, das die traditionelle Kampo-Medizin für Jedermann zugänglich machte. Heidrun Reißenweber-Hewel zeigte auf, dass Kampo auch heute noch in Japan als komplementäre therapeutische Option zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheitsversorgung Bestand hat. Dass die Wirkung der zumeist aus pflanzlichen Bestandteilen zusammengesetzten Kampo-Mixturen auch modernen pharmazeutischen Prüfungen standhält, konnte Junzo Kamei in seinem Vortrag belegen.

Lorenz Meinel entführte die Zuhörer mit seinem Vortrag in die Welt der Seide. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften kann Seide als Biomaterial für den Transport von Therapeutika genutzt werden. Norio Shibata berichtete von neuesten Forschungsdaten zu dem schon lange bekannten therapeutisch wirksamen Molekül Thalidomid. Rückblickend auf die Geschichte des Wirkstoffes und dem damit verbundenen Arzneimittelskandal (Contergan-Skandal) zu Beginn der 1960er Jahre, erklärte er dem Publikum, dass der Wirkstoff wegen seines therapeutischen Potentials erneut Gegenstand aktueller Forschung ist.

Ein Problemfeld griff Geoffrey Lee auf: Moderne biotechnologische hergestellte Medikamente (Biologika) können fast nicht per Tablette oder Kapsel verabreicht werden, da sie im Verdauungstrakt der Patienten abgebaut werden würden. Neue Applikationsmethoden für Biologika sind beispielsweise die nadellose Injektion kleiner Medikamentenpartikel mittels hohen Drucks durch die Haut.

Abschließend präsentierte Isao Kamae am Beispiel von Japan, Großbritannien und Deutschland unterschiedliche Lösungsansätze zur Bewältigung der gesundheitsökonomischen Belastungen, die ein stetiger Kostenanstieg bei Arzneimitteln im Staatshaushalt verursacht.

Auch in diesem Jahr ermöglichte der Deutsche Akademische Austauschdienst die Teilnahme von neun japanischen Nachwuchswissenschaftlern, die aktuell mit DAAD-Stipendien an ihren Forschungsvorhaben in Deutschland arbeiten. Das Symposium wurde unterstützt von Novartis Pharma GmbH.

(Matthias Hofmann, Vorstandsmitglied)


4. Treffen der JSPS-Club Mitglieder in Japan

Am Samstag den 17. Mai hatte Mitglied Olaf Karthaus nach Chitose auf Hokkaido eingeladen. Während des Treffens wurde der diesjährige JSPS Alumni Club Award an Ken Yokawa verliehen.

Foto: JSPS-Club


Als Leiter des Department of Bio- and Material Photonics begrüßte der Gastgeber die etwa 20 Gäste am Chitose Institute of Science and Technology mit einer Führung durch sein Institut. Nach einem Bento-Mittagessen richteten der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. (JSPS-Club), Heinrich Menkhaus, sowie Takeshi Kamei als Vertreter der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und der Vorsitzende der Japanisch-Deutschen Gesellschaft Sapporo, Shigenori Suzuki, Grußworte an die Teilnehmer.

Das Vortragsprogramm eröffnete Ralf Greve (Hokkaido University) mit einer Präsentation über die Dynamik von Eisfeldern und Gletschern. Wilfried Wunderlich (Tokai University) erläuterte die photo-katalytischen und optischen Eigenschaften von TiO2. Nach einer Kaffeepause folgte der Vortrag von Yoshitaka Aoki (Hokkaido
University), eines ehemaligen JSPS-Stipendiaten in Jülich, Aachen und Berlin, über neuartige elektrische Memristor Eigenschaften von GaO. Chantal Weber (Universität zu Köln), zur Zeit JSPS-Stipendiatin an der Kansai University Osaka, stellte die Geschichte und den praktischen Gebrauch von japanischen Insenzen vor.

Aus Tokyo angereist war der Leiter des DFG Office Japan, Wolfgang Foit. Eine kürzere Anreise hatten die Direktorin des International Center des Kitami Institutes of Technology, Natalie Konomi, sowie Toru Yamashita vom Center for Engineering Education Development der Hokkaido University. Die Hokkaido University ist mit ihrem Europabüro in Helsinki institutionelles Mitglied des JSPS-Clubs. Der Direktor des Chitose Institute of Science and Technology Masaaki Kawase leitete mit einer kurzen Ansprache zum gemeinsamen Abendessen über, mit dem die Veranstaltung einen gemütlichen Ausklang fand. Auf Wunsch der Teilnehmer wird der JSPS-Club weiterhin Veranstaltungen außerhalb Tokyos anbieten.

(Sabine Ganter-Richter, Vorstandsmitglied)

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