Prof. Dr. Ken Yamaguchi

Fachgebiet: Krebs-Soziologie

Zuerst der Patient: Wie man in Japan erstklassige technische Versorgung mit den individuellen Bedürfnissen des Erkrankten verbindet

Auf Betreiben der japanischen Regierung gibt es seit kurzem in Japan ein Netzwerk von Krebsfachkliniken. Diese Kliniken bieten erstklassige medizinische Behandlung durch hervorragende technische Ausstattung. Sie bieten den Patienten und deren Familien aber auch Unterstützung, indem sich das Personal um die Sorgen und Nöte kümmert, die mit der Diagnose Krebs und der Therapie einhergehen.

Ken Yamaguchi ist der Präsident des Shizuoka Cancer Center, das in diesem Netzwerk die Vorreiterrolle inne hat. Es gehört u. a. mit der Proton-Strahlungstherapie zu den bestausgestatteten Krebskliniken in Japan. Die Klinik bedient sich zusätzlich auch eines Teams, das verschiedene Fähigkeiten bündelt. Hier arbeiten Ärzte, Schwestern, Pharmazeuten, Physiotherapeuten und die anderen Angestellten eng zusammen, so dass ein intensiver Austausch stattfindet. Besonders bemerkenswert ist der enge Kontakt zu den Patienten. Diese werden nach ihren Ängsten und Sorgen befragt, die eine Krebserkrankung und –therapie mit sich bringen. Die Aussagen werden in einer Datenbank gesammelt und ausgewertet. Man ermuntert Patienten, die Dinge, die ihnen in ihrer Therapie unangenehm oder fragwürdig erscheinen, zu benennen. Ganz gleich, ob es sich um ganz vage persönliche Befindlichkeiten handelt, ob sie gerne detailliertere Informationen über ihre Erkrankung hätten oder ob sie einfach eine zweite medizinische Meinung einholen möchten. Das Ziel des Instituts ist, die Bedürfnisse von Krebspatienten zu erforschen, ihre Probleme zu systematisieren und Methoden zur optimalen Versorgung zu entwickeln.

Ken Yamaguchi geb. 1950, studierte Medizin an der Universitat Tokyo (Japan), wo er 1981 promoviert wurde. Es folgten Forschungsaufenthalte u. a. an der Universitat Keio (Japan) und an der Universitat Tohoku (Japan), wo er sich 1995 habilitierte. Seit 2002 ist Yamaguchi Prasident des Shizuoka Cancer Center.

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