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Neues vom JSPS Club 04/2006


JSPS Summer Program 2005: Forschung und Alltag in Tokyo

Von dem JSPS Programm erfuhr ich eigentlich durch Zufall: ein Freund hatte vor Jahren daran teilgenommen und sprach ganz begeistert davon. Seine Hauptargumente sind auch für mich im Rückblick die großen Stärken des Programms: Man trifft einen Haufen junger Forscher aus aller Herren Länder, das Stipendium ist sehr großzügig und mit JSPS hat man eine angesehene Organisation im Rücken, was etwa hilft, wenn man Kontakt zu anderen Forschern sucht oder Interviews organisiert.

Mein Forschungsthema ist der Vergleich der Organisation von Auslandsforschung in japanischen und deutschen Unternehmen. Insofern war ich äußerst gespannt darauf, Interviews mit japanischen Unternehmen und Experten zu diesem Thema führen zu können. Die Bewerbung für das Stipendium ist angenehm einfach gehalten (s.u. für Links). Vorbereitend auf den Kulturschock wirkten eine gemeinsame Einführungsveranstaltung des deutschen JSPS Büros und des JSPS Alumni Clubs in Bonn und eine ganze Woche vorbereitende Kurse und Vorträge in Japan. Diese Einführungswoche findet gemeinsam mit allen ca. 100 Teilnehmern des Programms statt, von denen die USA etwa 60 und England, Frankreich, Kanada sowie Deutschland jeweils etwa 10 Plätze stellen. Diese Art der behutsamen Einführung ist gut durchdacht und liebevoll gestaltet, vor allem da fast keiner der Teilnehmer vorher in Japan war und findet in einem japanischen Forschungszentrum statt. Für uns Teilnehmer war dies eine ausgezeichnete Gelegenheit neben den japanischen Experten auch junge Forscher aus aller Welt kennenzulernen – sei es im Hotelpool, bei den gemeinsamen Sprachkursen oder während der Poster-Session, bei der wir unsere Forschungsprojekte präsentierten. Das Themenspektrum ist sehr breit – Mechatronik, Robot-Robben, Stammzellforschung, psychologische Krebsbetreuung ..., bei einem starken Schwerpunkt auf Naturwissenschaften (mehr als 90%) und es war spannend zu sehen, was Forscher aus aller Welt nach Japan zieht. Nach dieser Woche, die auch den Aufenthalt in einer Gastfamilie beinhaltet, ging es dann in die jeweiligen Forschungsinstitute.

Ich selbst habe in den folgenden Wochen an der Hitotsubashi Universität im Westen Tokyos geforscht, d.h. Interviews mit japanischen Unternehmen geführt, an Workshops meiner Gastuni teilgenommen und japanische Literatur und statistische Quellen ausgewertet. Es waren sehr intensive Wochen und für meine Forschung sehr spannend und fruchtbar, v.a. auch wegen der Unterstützung durch meinen Betreuer, die exzellente Bibliothek und die zentrale Lage in Tokyo. Als konkretes Ergebnis des Aufenthalts entstand ein Aufsatz über Auslandsforschung in der japanischen Pharmaindustrie: www.japan-germany-research.de/research.html.

Der Kontakt zu meinem japanischen Betreuer dauert an und ich habe das Glück dieses Jahr für einen längeren Aufenthalt wiederum an der Hitotsubashi zu forschen, im Rahmen eines JSPS Post-Doc Stipendiums.

Zum Abschluss noch eine Anmerkung zur Aufnahme des Programms in Deutschland. Hier scheinen organisatorisch alle Voraussetzungen für einen inhaltlich spannenden Austausch zwischen deutschen und japanischen Forschern gegeben zu sein. Andererseits ist jedoch die deutsche Bewerber- und Teilnehmerzahl äußerst gering. Wie ist dies zu erklären? In diesem Zusammenhang erscheint es erstens wichtig, dass der Ideenaustausch über spannende Forschungsinhalte und Finanzierungsmöglichkeiten zwischen Deutschland und Japan funktioniert, um inhaltlich zur Bewerbung zu animieren. Dies scheint derzeit nur begrenzt der Fall zu sein, wenn man die äußerst geringe deutsche Bewerberzahl für dieses äußerst großzügige und gut organisierte Programm als Indikator heranzieht. Kanada hatte 2005 mehr als 60 Bewerber auf 10 Plätze, Deutschland nur 7! Zweitens erscheint es aus Perspektive der Doktoranden wichtig, möglichst frühzeitig zu erfahren, ob das Stipendium bewilligt wurde oder nicht. Doktoranden in Deutschland sind eben oft eng in die Lehrstuhlarbeit und -forschung eingebunden und daher ist es schwierig, erst 1–2 Monate vorher zu erfahren, dass man den Flug nach Japan auch wirklich antreten kann und insofern auch für den Lehrstuhl nicht zur Verfügung steht. Dies stellte wohl auch den Grund für potentielle deutsche Teilnehmer dar, ihre Bewerbung zurückzuziehen.

Zusammenfassend bietet das Summer Program der JSPS Doktoranden die Gelegenheit, ca. 3 Monate lang in einem japanischen Gastinstitut ihrer Wahl zu forschen. Finanzierung und Betreuung sind dabei großzügig und durchdacht gestaltet. In Deutschland zu unrecht noch eher unbekannt, möchte ich Sie dazu aufrufen, mit Kräften für dieses Stipendium zu werben!

Den offiziellen Abschluss des Programms bildet eine Veranstaltung in Tokyo, auf der die nationalen Gruppen ihre Forschungsergebnisse vorstellen. Inoffiziell sind wir danach in einem Grüppchen neuer Freunde aus vier Ländern Karaoke singen gegangen – international und doch nach nur drei Monaten schon ganz typisch japanisch...

Roman Bartnik
Institute of East Asian Studies, Universität Duisburg-Essen & Hitotsubashi Graduate School of Economics, Tokyo

zum JSPS Summer Program: www.jsps.go.jp/english/e-summer/index.html


Kooperation: GGA-Institut und Tohoku University

Das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (GGA-Institut), Hannover, eine Mitgliedseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft, hat zum 1. September 2006 einen Kooperationsvertrag mit der Graduate School of Environmental Studies der Tohoku University in Sendai unterzeichnet (GSES; www.kankyo.tohoku.ac.jp/en/index.html). Beide Einrichtungen betreiben Forschungen auf dem Gebiet der Gewinnung geothermischer Energie und im Bereich der Entwicklung neuer geophysikalischer Messsysteme, mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen
(s. z.B. www.gga-hannover.de/gr_projekt/einstieg/genesys.htm und http://niweb.kankyo.tohoku.ac.jp/eng/rsc.html).

Die GSES hat insbesondere Interesse am Zugang zu Datensätzen, die von Mitarbeitern des GGA-Instituts in aufwändigen Feldexperimenten erhoben werden, beispielsweise Mikroerdbeben bei der Erzeugung von Gesteinsrissen im Untergrund durch Einpressen von Wasser unter hohem Druck mit dem Ziel, für die Wärmegewinnung ausreichende Mengen von Wasser im Untergrund zirkulieren lassen zu können. Umgekehrt profitiert das GGA-Institut von zahlreichen innovativen Forschungsarbeiten, die an der GSES durchgeführt werden, so etwa an der Miniaturisierung von Sensoren für die Messung von Druck- und Temperaturschwankungen in Bohrlöchern. Durch den Kooperationsvertrag soll darüber hinaus der Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie von Doktorandinnen und Doktoranden erleichtert werden. Beide Partnereinrichtungen wollen Arbeitsplätze vorhalten, um ihren Nachwuchskräften gegenseitig die Gelegenheit zu geben, konkrete Forschungsvorhaben gemeinsam zu bearbeiten und dabei auch Arbeitsmöglichkeiten und Kultur des Gastlandes kennen zu lernen. Dem Abschluss des Vertrags vorausgegangen war eine mehr als zwanzigjährige Zusammenarbeit zweier leitender Wissenschaftler beider Institutionen.

H.-J. Kümpel
, GGA-Institut, Hannover
www.gga-hannover.de


Hightech in der RUB: Japanese-German Day of Plasma Technology

14 japanische Firmenvertreter besuchten am ersten Japanisch-Deutschen Tag der Plasmatechnologie am 10. März 2006 die Ruhr-Universität. Das Ziel war es, den Kontakt zwischen japanischen Firmen in Deutschland und der in Bochum konzentrierten Kompetenz in der Plasmatechnologie herzustellen.

Veranstalter waren die Ruhr-Universität Bochum und das Center for Plasma Science and Technology (CPST) zusammen mit dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Japanischen Generalkonsulat Düsseldorf, der Japan External Trade Organization (JETRO) Düsseldorf und der Japanischen Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (JIHK). Staatssekretär Stückradt betonte: „Erstmalig präsentierten sich eine deutsche Hochschule zu einem hoch innovativen Thema vor japanischen Unternehmern, um die künftige Zusammenarbeit zu stärken. Mit einem der weltweit größten universitären Zentren zur Plasmatechnologie ist die Ruhr-Universität Bochum der ideale Ort für eine solche Veranstaltung. Für Deutschland und Japan liegen entscheidende Wettbewerbsvorteile in der gemeinsamen Entwicklung von Produkten mit hohem Technologiegehalt.“

Im Alltag werden sie häufig nur im Zusammenhang mit Leuchtstofflampen wahrgenommen, dabei haben Plasmen aber die verschiedensten Hightech-Bereiche nicht nur durchdrungen, sondern diese häufig erst ermöglicht.

Die Einsatzgebiete der Plasmatechnik reichen vom Mikrochip bis zur Gefäßstütze, vom Plasmabildschirm bis zur Abgasreinigung und vom sterilen Katheder bis zum Beamer. So lassen sich mit Hilfe von Plasmen z.B. funktionale Beschichtungen mit maßgeschneiderten Eigenschaften auf praktisch beliebigen Oberflächen vom Silizium-Wafer bis zu Textilien erzeugen. Oberflächen lassen sich auf Wunsch sterilisieren, funktionalisieren oder strukturieren. Gase können umweltfreundlich zersetzt und neu zusammenfügt werden. Lichtquellen höchster Effizienz lassen sich für ein breites Anwendungsspektrum optimieren.

An der Ruhr-Universität ist in den vergangenen Jahren mit dem fakultätsübergreifenden Center of Excellence for Plasma Science and Technology (CPST) eines der weltweit größten universitären Zentren zur Plasmatechnologie entstanden.

Ausgehend von einer soliden Basis grundlagenorientierter Spitzenforschung und modernster technischer Ausstattung ist das Ziel des CPST die enge Kooperaton mit der Industrie. Mit einer Reihe deutscher Firmen ist dieses Konzept bereits umgesetzt worden.

Der Einbindung in internationale Netzwerke dient nicht zuletzt die intensive Kooperation mit japanischen Forschergruppen. "Auf der Basis mehrerer Kooperationsabkommen über regelmäßigen Austausch von Studierenden, Aufenthalte von Gastwissenschaftlern und gemeinsame Symposien bestehen besonders enge Beziehungen zwischen dem CPST und japanischen Forschern", sagt Prof. Dr. Uwe Czarnetzki.

Am Tag der Plasmaforschung haben die Wissenschaftler der Ruhr-Universität den Gästen das Center of Excellence, seine Projekte und die bisherige Zusammenarbeit mit japanischen Forschungseinrichtungen vorgestellt.

Kontakt:

Prof. Dr. Uwe Czarnetzki, Dr. Marc Böke
Center for Plasma Science and Technology Ruhr-Universität Bochum


www.internationale-kooperation.de

Kurz vorstellen möchten wir an dieser Stelle das Forum internationale-kooperation.de, ein Wegweiser für internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung und eine Kommunikationsplattform für Informations- und Kooperationssuchende aus dem In- und Ausland. Seine Aufgabe ist die Förderung der grenzüberscheitenden Vernetzung von Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie die Stimulierung von Kooperationen. Im Auftrag des BMBF wurde das Forum als ein Instrument der Vernetzung von deutschen Regierungsstellen, Wissenschafts-, Mittler- und Wirtschaftsorganisationen, die sich mit internationaler Zusammenarbeit in Forschung und Bildung befassen ins Leben gerufen. Internationale-kooperationen.de bietet allen Personen, die mit dem Ausland in Forschung und Bildung kooperieren möchten oder sich für grenzüberschreitende Kooperationen interessieren breites Spektrum an Beratungs- und Vermittlungsdiensten.Unser JSPS-Club bemüht sich derzeit um eine engere Partnerschaft mit diesem Forum, das verschiedene Dienste anbietet. z.B. können Sie sich durch entsprechende Voreinstellungen Pressemitteilungen, Termine, Ausschreibungen zu Japan und/oder anderen Ländern per email zuschicken lassen oder sich auch in der Expertenliste als Ansprechpartner etwa für Japan eintragen.

Heinrich Menkhaus, Vorsitzender